Zum 9. Mal im Herren Ligacup-Final

Liga-Cup
Gossau jubelt im Halbfinal gegen Mümliswil...
Gossau jubelt im Halbfinal gegen Mümliswil...

Klar, wäre der 5. Cupsieg wunderschön, aber da hat der souveräne Tabellenleader der Westgruppe allerhand dagegen. Nicht zuletzt nach dem beeindruckende Halbfinal gegen den Ostgruppen-Leader haben sich die Schwarzbuben in die Favoritenrolle gebracht und die meisten neutralen Beobachter erwarten einen Sieg der Solothurner.
Auch wenn die Statistiker einwenden mögen, dass die Gossauer in der Vergangenheit bei 9 Begegnungen gegen Nuglar 7 Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage erreicht haben und die eine Niederlage erst noch in einem bedeutungslosen Spiel in einer letzten Meisterschaftsrunde zustande gekommen sei, als Gossau bereits als Gruppensieger feststand.

Schon dreimal standen sich die beiden Cupfinalisten im Ligacup gegenüber. Zum ersten Mal 2007/08 im Halbfinal, als sich Gossau enorm schwer tat und ein glänzend aufgelegtes Nuglar bis kurz vor der zweiten Pause ein 4:4 halten konnte. Die Unerfahrenheit der Nugler wurde dann im letzten Drittel mit drei Shorthandern bei zwei Strafen brutal bestraft und am Ende  resultierte ein eher schmeichelhaftes 12:6 für die nachmaligen Ligacupsieger aus dem Zürcher Oberland

Ein Jahr später im Viertelfinale war dann die Angelegenheit schon sehr, sehr knapp. Beim Stande von 9:9 musste das Penaltsyschiessen entscheiden und wieder waren die Zürcher die Glücklicheren. «Die jungen und schnellen Basler haben Gossau aufs Äusserste gefordert», schrieb der damalige Chronist. Mittlerweile hat sich Nuglar einen klingenden Namen erarbeitet und jeder in der Kleinfeldszene weiss mittlerweile, dass die Nugler keine Basler sondern Solothurner sind...

Das bis jetzt letzte Aufeinandertreffen war dann vor vier Jahren wieder in einem Halbfinal. In dieser Partie hatte Nuglar nie eine Chance konnte aber mit 1:5 bis zur zweiten Pause den Schaden einigermassen in Grenzen halten. Als dann die Schwarzbuben im letzten Drittel mit 4:3 alles riskierten, kassierten sie nicht weniger als sieben Treffer im leeren Tor. Das Schlussresultat von 4:13 aus Nugler Sicht sah dann auch ziemlich brutal aus.

Mittlerweile haben die Schwarzbuben aber dazugelernt. Ob wohl auch das zweijährige Gastspiel vom Nugler Thomas Voegtli bei den  Zürcher Oberländern dazu beigetragen haben mag? Mindestens der Undercover-Agent der Gossauer war von den Schwarzbuben sehr beeindruckt, als er den Halbfinal Blau-Gelb Cazis gegen Nuglar beobachtete. Das 4:3 funktionierte exzellent und Tore wurden am Laufmeter erzielt. Bei den Freistössen haben sie verschiedene erfolgsversprechende Varianten im Repertoir und in der Person vom kaum zu bremsenden Alfi Kurtesi verfügen sie über einen genialen Regisseur, sicheren Schützen und nicht zuletzt ein Spieler mit dem guten Auge für den letzten tödlichen Pass. Und über die Qualitäten von Thomas Voegtli müssen wir nicht weiter diskutieren, die sind bekannt. «Aber wo liegen dann die Schwächen von Nuglar?», wurde der Undercover-Agent von den Verantwortlichen der Gossauer gelöchert. Da runzelte dieser die Stirn und übergab wortlos das Video-Material. «Tja, die müsst ihr selber herausfinden, ich habe jedenfalls keine gesehen...», war die nicht gerade ermutigende Antwort. Nicht einmal die besondere Wankdorfhallen-Cupfinal-Atmosphäre, von welcher jeder Cupfinal-Neuling beeindruckt wird, kann da hilfreich sein. Nuglar hat diese schon zweimal erlebt und wird sich nicht überraschen lassen. Auch wenn sie bei beiden Teilnahmen als zweite Sieger vom Platz mussten, waren sie mindestens in ihrem letzten Final gegen - das damalige unbesiegbare - Kappelen nahe dran. «Aber sie wissen nicht wie man einen Titel gewinnt», wollte noch einer der Verantowrtlichen Hoffnungen schüren. Auch das ist nur bedingt richtig, denn der Rückkehrer Voegtli weiss sogar sehr genau, wie Gossau einen Titel gewinnt und mehr noch, Voegtli weiss, wie die Rekordmeister ticken, und es ist kaum anzunehmen, dass sich die Solothurner überraschen lassen werden.

Eine Herkules-Aufgabe wartet also auf die Gossauer. Nach einer ziemlich durchzogenen Meisterschafts Hinrunde mit mehr Unentschieden als Siegen, konnte in der Rückrunde etwas Schwung aufgenommen werden. Es reichte aber bei Weitem nicht mehr, um den überlegenen Leader Blau-Gelb Cazis auf dem ersten Platz abzufangen. Immerhin konnte mit dem zweiten Platz das Heimrecht für die Playoff-Viertelfinal Spiele gesichert werden. Etwas zuversichtlicher stimmten dann schon die souveränen Auftritte im Ligacup gegen Oekingen und Mümiswil. «Was sich zweitelt, drittelt sich auch», war der letzte Versuch, um optimistisch in den Ligacupfinal zu steigen. Und da hatte auch der Undercover Agent keine Antwort darauf. Zwei Solothurner-Teams sind ausgeschaltet, weshalb sollte es beim Dritten anders sein? Darauf lässt sich doch aufbauen!

Auch wenn die Favoritenrolle klar bei den Schwarzbuben liegt, sind wir überzeugt, dass es einen spannenden, spielerisch überzeugenden und leidenschaftlichen Cupfinal geben wird. Die Gossauer sind sich der Schwere der Aufgabe sehr bewusst und es würde eher überraschen, wenn sie sich nichts besonderes einfallen lassen würden. Seien wir gespannt. Wir freuen uns auf den nächsten Samstag.

Für alle diejenigen, die nicht nach Bern reisen können: Der Ligacupfinal wird als Livestream auf swissunihockey.tv zu sehen sein. Den fachkundigen Kommentar dazu liefern Stefan Neuhaus (Blau-Gelb Cazis) und Valentin Lagger (Headcoach Junioren C, Floorball Köniz).