Nun, noch ist es nicht so weit, und die Roten Teufelinnen aus der March werden kaum Spalier stehen, um den Jubilaren zu gratulieren und zu applaudieren! Immerhin darf im Jubiläumsjahr festgehalten werden, dass nun nach den Herren, welche zusammen mit den Berner Hurricanes mit 8 Ligacupfinals Teilnahme-Rekordhalter sind, auch die Damen des UHCevi Gossau mit ihrer 5. Ligacupteilnahme zu den bisherigen Rekordhalterinnen vom UHC Oekingen aufgeschlossen sind. Dass man mit einem Cupsieg sogar noch Siegrekordhalter - auch da zusammen mit Oekingen - werden könnte, lässt den kommenden Cupfinal in einem noch verheissungsvollerem Licht erscheinen.
Der UHC Oekingen stand seit 2011 jedes Jahr im Final und konnte diesen auch dreimal gewinnen. Zwei der drei Cupsiege errangen die Solothurnerinnen gegen die Gossauerinnen, welche andrerseits ihre beiden bisherigen Cupsiege gegen eben diese Oekingerinnen feiern durften. Der Ligacupfinal Oekingen - Gossau hatte sich in den vergangenen Jahre zu einem veritablen Klassiker entwickelt. Dass es in diesem Jahr nicht erneut zum «Clasicò» kommt ist die Schuld der Red Devils, welche in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Viertelfinal, die siegesgewohnten Solothurnerinnen niederrangen. Zweieinhalb Minuten vor Ende der Partie war es Franziska Müller, welche den Titelverteidiger mit 10:9 in Führung brachte. Eine Minute später namen die Schwyzerinnen ihr Timeout und tatsächlich, 18 Sekunden vor dem vermeintlichen Ende gelang der Ausgleich durch Martina Grab. Die Verlängerung wurde erzwungen, das Momentum kippte auf Schwyzerseite und mit dem Golden Goal von Topskorerin Désirée Holdener war die Halbfinal-Qualifikation Realität. Der Halbfinal gegen die Neuenburgerinnen vom UHC Bevaix war dann mit 10:3 eine klare Angelegenheit.
Klare Angelegenheiten - ausser vielleicht die ersten beiden Runden - gab es bei den Gossauerinnen andrerseits keine. Schon im Achtelfinal gegen die Floorball-Riders schaute gerade ein glückliches 7:6 heraus. Den Favoritinnen gelang es nie ihren Vorsprung auszubauen. Nach einem Eintorerückstand nach dem ersten Dritetel gelang es zwar das Spiel zu drehen. Fünfmal in der Folge glichen die Riders den Führungstreffer der Gossauerinnen wieder aus, und dass dies nicht ein sechstes Mal erfolgte, lag wohl daran, weil die Schluss-Sirene «dazwischenfunkte»... Im Viertelfinal gegen Muotathal lagen die Gossauer-Favoritinnen noch 10 Minuten vor Schluss mit drei Toren zurück. Mir einem beeindruckenden Schlussspurt konnten die Thalerinnen aber doch noch in die Knie gezwungen werden. Das Halbfinale gegen UH Berner Oberland war zwar im ersten Drittel eine zähe Angelegenheit, dann gewannen aber die Zürcherinnen nach und nach die Oberhand und das der Schlussstand von 9:7 sah am Ende knapper aus als es effektiv war.
Zum ersten Mal heisst nun der Gegner im Final nicht Oekingen sondern Red Devils. Für die Schwyzerinnen ist es der zweite Cupfinal. Vor zwei Jahren erreichten sie diese Ziel zum ersen Mal, hatten dann aber keine Chancen gegen Oekingen. Und wo war damals Gossau? Richtig. Die Zürcher Oberländerinnen zogen im Halbfinal gegen die roten Teufelinnen mit 6:10 den Kürzeren, nach dem sie nach zwei Dritteln noch 6:3 geführt hatten. Und das ist zweifellos die offene Rechnung, die die Zürcherinnen nur allzugerne begleichen wollen. Umso mehr, als dass sie seither in allen Begegnungen - mit einer Ausnahme beim 2:2 vor einem Jahr - die Oberhand behielten.
Trotz allem fällt es schwer, die Favoritenrolle dem einen oder anderen Team zuzuschieben. Allgemein darf ein ausgeglichenes und spannendes Spiel mit knappem Ausgang erwartet werden. Hoffen wir, dass das Glück auf die Gossauer Seite fällt und so das Jubiläumsjahr perfekt lanciert wird!
