UHT Semsales, die grosse Unbekannte

Playoff
Sieg nach Penaltyschiessen gegen Hot Chilis Rümlang
Sieg nach Penaltyschiessen gegen Hot Chilis Rümlang

Wir klären auf. Die Gemeinde Semsales liegt auf gut 800m ü. M. an der Autobahn A12 zwischen Bulle und Vevey und gehört zum Kanton Fribourg. Bekannter ist sicher die Nachbarsgemeinde Châtel-Saint-Denis, in welcher das erste Finalspiel in der Sportanlage Lussy am idyllischen Lac de Lussy stattfinden wird. Die höchste Erhebung der Gemeinde Semsales mit gut 1900m ist der Moléson, der die höchste Erhebung von Gossau (Waberg) um stattliche 1400m überragt! Die Reise nach Semsales bzw. nach Châtel-Saint-Denis nimmt ungefähr zweieinhalb Stunden in Anspruch (Privatverkehr). 

Zum dritten Mal in Folge treffen die Damen des UHCevi Gossau im Playoff-Final auf eine Equipe aus dem Kanton Fribourg. Traf man in den vergangenen zwei Jahren auf die Deutschfribourgerinnen aus Tafers, kommen dieses Jahr die Gegnerinnen aus dem französisch sprechenden Teil des Kantons. 

Diese dominierten die Gruppe 1 souverän und qualifizierten sich schon frühzeitig für die Playoffs. Der Vorsprung von neun Punkten auf die zweiten aus Tafers war durchaus beeindruckend. Deutlich spannender waren dann die ersten Playoff-Partien. In den Viertelfinals traf man auf den UHC Riehen - die Gossauerinnen hatten mit den Baslerinnen im Ligacup Halbfinal Bekanntschaft geschlossen - , gegen welchen man zunächst in Rücklage geriet, im Rückspiel in der Verlängerung ein Entscheidungsspiel erzwang und dieses zu Hause dann auch knapp gewann. Ebenso knapp war dann die Entscheidung im Halbfinal. Nach dem 7:6 Auswärtssieg gegen Hot Chilis Rümlang musste im Rückspiel gar das Penalty-Schiessen die Entscheidung bringen. Fanny Ecoffey, der erfolgreichen Schützin des entscheidenden Penaltys, soll nach unbestätigten Gerüchten zufolge ein Denkmal auf dem Dorfplatz in Semsales errichtet werden...

Die Gossauerinnen auf der anderen Seite nahmen im Halbfinal erfolgreich Revanche für die Cupfinal Niederlage am UHC Oekingen. Seit 2011 haben sich die Oe-Queens und die Gossauerinnen sämtliche zu vergebenden Titel geteilt. Während die Zürcher Oberländerinnen sich mit vier Meistertiteln und zwei Cupsiegen schmückten, sind es bei den Solothurnerinnen immerhin drei Ligacupsiege. Klar, möchte man den fünften Titel in Folge holen, umso mehr als dass man die Erzrivalinnen im Halbfinal ausschalten konnte. Aber Vorsicht, die Euphorie in Semsales ist gross und wer weiss wohin die Euphoriewelle die Westschweizerinnen noch trägt. Sieben Sterne hat das Gemeinde Wappen von Semsales, jeder Stern steht für eine Playoff Partie im Jahre 2015. Hätte man das zu Beginn der Saison derart interpretiert, hätten die Fribourgerinnen wohl gleich unterschrieben. Aber jetzt wollen sie zweifellos mehr und Geschichte schreiben. Denn es wäre der erste Meistertitel  einer nicht deutsch sprechenden Frauschaft!