Nach dem verlorenen Cupfinal war die Vorgabe für das erste Spiel der Halbfinalserie gegen Oekingen klar: ein Sieg musste her.
Entsprechend motiviert starteten die Gossauerinnen in die Partie. Leider waren es dann doch die Oekingerinnen, welche das erste Tor schreiben durften. Die schnelle Nr. 9 liess die Gossauer Verteidigung stehen und versenkte den Ball im Tor. Entmutigen liess man sich davon jedoch nicht und so konnte Tanja Herrmann mit konsequenter Slotarbeit einen Abpraller vom gegnerischen Goalie verwerten und die Partie ausgleichen. Die Führung der Gäste folgte dann nur eine gute Minute später durch Flurina Kuhn.
Die Zürcher Oberländerinnen gewährten der Oekinger Torhüterin darauf vier Minuten lang eine Verschnaufpause bevor Pia Eugster auf Pass von Kuhn und Sharon Ulrich mit je einem Treffer die Führung in der zehnten Minute weiter ausbauten. Lukas Leimbacher war dementsprechend zufrieden, als er bei diesem Stand von 1:4 in die Halle marschierte, um die Gossauerinnen als Coach hinter der Bande zu unterstützen. Das nächste Tor fiel auch wieder auf der richtigen Seite und wurde von Lara Guillod im Alleingang kaltblütig in die obere Ecke versenkt. Leider war es dann nur etwa eine halbe Minute später mit dem Gossauer Torreigen vorbei, als die Solothurnerinnen in der 16. Minute ihr zweites Tor in der Partie erzielten. Bevor es in die erste Pause ging, traf Oekingen erneut und so war der Pausenstand mit 3:5 besiegelt.
Im Vergleich zum ersten Drittel verlief das zweite verhältnismässig ereignislos. Zu berichten gibt es nur von drei bedeutenden Ereignissen: Das Mitteldrittel war noch keine Minute alt, als Pia Eugster für zwei Minuten vom Feld geschickt wurde (Wiederholtes Vergehen, Stockschlag). Glücklicherweise konnte Gossau auf zwei starke Boxplay Duos (Ulrich/Guillod und Kuhn/Herrmann) zurückgreifen und so das eigene Tor zusammen mit Keeperin Nadja Seitz trocken halten. Als zweites Ereignis erfolgte dann in der 27. Minute der Ausbau der Gossauer Führung auf 3:6 durch Ulrichs Schuss in die nahe Ecke. Das wollten die Solothurner Frauen dann doch nicht so auf sich beruhen lassen und so schafften sie gut drei Minuten vor dem Pausenpfiff noch den Anschlusstreffer zum 4:6.
Im letzten Drittel erzielte Eugster nach gut fünf Minuten das letzte Gossauer Tor in der regulären Spielzeit. Danach bewies dann Oekingen, wie gefährlich und kampfstark sie sein können. Sie setzten die Zürcher Oberländerinnen erfolgreich unter Druck und den Gästen konnte kein weiterer Treffer gelingen. Bald schon folgten dann auch die Tore des Heimteams: Das 7:5 wurde erneut durch die läuferisch starke Nr. 9 erzielt. In den folgenden Minuten bauten die Solothurnerinnen den Druck weiter auf und Gossau wusste sich eindeutig ein bisschen zu wenig zu helfen. Oekingen gelang es, sich in ein regelrechtes Hoch zu spielen und glich mit einem Doppelschlag in der 60. Minute aus. Es ging also in die Verlängerung.
Die Gossauerinnen schafften es, deutlich konzentrierter und mit genügend Selbstvertrauen in die Verlängerung zu starten, auch wenn die Nerven durch die Golden-Goal Regel doch auch etwas blank lagen. Zwei Mal stockte der Atem bei besonders gefährlich Situationen vor dem Gossauer Tor, doch Seitz leistete gute Arbeit und verhinderte den Oekinger Sieg beide Male. In der 8. Minute folgte dann endlich die Erlösung kurz nach einer Standardsituation. Andrea Eglauf war zusammen mit Lara Guillod hartnäckig: Guillod holte den Abpraller der gegnerischen Torhüterin, schob ein Pässchen zu Eglauf und die traf dann sensationell zum Sieg.
Somit war es wahrhaftig ein Sieg auf Messers Schneide und man darf für die zweite Partie am Sonntag ein spannendes Spiel erwarten.
Herzlich Dank an alle mitgereisten Fans und Zuschauer!
