Die Floorball Riders starteten ganz im Gegensatz zu Schweizermeister Gossau nur mühsam in die aktuelle Saison und aufgrund der Tabellensituation wären die Gossauerinnen die klaren Favoritinnen gewesen. Trotzdem sollten die Experten recht behalten, als sie im Vorfeld eine enge Partie im Oberländer-Derby erwarteten, welche mindestesn von der Spannung her die Erwartungen voll erfüllte.
Zwar startete Gossau gut in die Partie und konnte durch Sybille Tanner, die von einem haarsträubenden Fehlpass profitieren konnte, in Führung gehen. Die Freude dauerte aber nicht lange und gerade einmal gut drei Minuten später hatten die Ritterinnen die Partie gekehrt. Obwohl das Gastteam mehrheitlich im Ballbesitz war und zu zahlreichen Abschlüssen kam, waren diese harmlos und nicht wirklich gefährlich. Als die Gossauerinnen mit dem Eintore-Rückstand in die Kabine gingen, stand ihnen eine gewisse Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben und Coach Leimbacher war gefordert.
Offenbar wurde an den richtigen Stellschrauben gedreht, denn es gelang den vermeinttlichen Favoritinnen erneut das Spiel zu drehen. Zunächst war es Sharon Ulrich, welche einen Pass von Lara Guillod verwertete und kurz darauf war es nach nur sieben Sekunden im Powerplay gerade umgekehrt. Nadja Seitz hatte diese Strafe extrem clever povoziert. Dann war wieder das Heimteam am Drücker und zeigte, dass man auch auf der anderen Seite nur sieben Sekunden für ein erfolgreiches Powerplay brauchte. Zur Spielhälfte war mit dem 3:3 wieder alles ausgeglichen. Die erneute Führung von Gossau, Tabea Arnold auf Pass von Tanja Herrmann schloss den wohl schönsten Angriff des Abends ab. Ein präziser Querpass, ein direkter Abschluss, eine chancenlose Torfrau! So einfach könnte es gehen... Aber kurz darauf wieder ein Powerplay der Riders und der Vorsprung war verspielt, allerdings nicht nach 7 sondern erst nach 70 Sekunden. Kaum war Gossau wieder vollzählig klingelte es erneut im Kasten der Ritterinnen. Die Gossauer Fans haderten schon mit Pech, als Sybille Tanner den Pfosten traf, aber da stand Chrigi Koller goldrichtig und hämmerte die Kugel ins Netz.
Nach zwei Drittel sah das Resultat schon etwas freundlicher aus, aber entschieden war noch gar nichts. Und genau so war es. Eben fanden die neunmalklugen Experten, dass eine Zweitoreführung eine Vorentscheidung sein könnte, als dem Heimteam zum vierten Mal der Ausgleich gelang. Als dann Tanja Herrmann nach einer erfolgreichen Balleroberung wieder einen Treffer vorlegen konnte, orakelten die Experten erneut und es kam, wie es kommen musste: kein Zweitorevorsprung, sondern der Ausgleich. Nun diskutierten die Experten plötzlich über ein mögliches Penalty-Schiessen, das aber keiner sehen wollte und als ob Chrigi Koller den Fachleuten zugehört hätte, würgte sie die Kugel irgendwie in die Maschen. Keine zwei Minuten waren da noch zu spielen. Dürnten nahme nun sein Timeout und man erwartete schon den Angriff zu viert. Doch damit war zunächst noch nichts, denn Andrea Eglauf, die zuverlässige Bully-Spezialistin, eroberte die Kugel für Gossau. Jetzt war Ballhalten angesagt was mehr oder weniger gelang und trotz zwei ärgerlichen Ballverlusten konnte der dünne Vorsprung über die Zeit gerettet werden.
Nun, die nicht ganz einfache Hürde FB Riders DBR ist übersprungen, das ist die Hauptsache. Spielerisch konnten die letztjährigen Cupfinalistinnen aber noch nicht vollständig überzeugen, und es ist zweifelsohne noch Luft nach oben vorhanden. Das ist sich auch Coach Leimbacher bewusst, der nach eigener Aussage in den letzten Minuten um 10 Jahre gealtert sei, und er wird die richtigen Schlüsse ziehen. Das wird auch nötig sein, denn der nächste Gegner wird der KTV Muotathal sein. Muotathal, da war doch einmal etwas. Trainer Leimbacher könnte da sicher - wenn auch ungern - Auskunft geben...
23:14 Ulrich (Guillod) 2:2, 25:50 Guillod (Ulrich) 2:3 (PP), 28:21 FB Riders 3:3 (PP), 36:02 Arnold (Herrmann) 3:4, 38:04 FB Riders 4:4 (PP), 38:17 Koller (Tanner) 4:5;
Bemerkungen: UHCevi Gossau ohne Bolliger (überzählig)