Seit dem Jahr 2000 - in diesem Jahr wurden erstmals im Kleinfeld Playoffs ausgetragen - stand mit einer Ausnahme stets entweder die Berner oder die Zürcher im Playoff-Final. Die Ausnahme geht auf das Jahr 2000 zurück, als Vipers Innerschwyz den UHC Tuggen in zwei Spielen bezwang. Im folgenden Jahr wurde Waldkirch/St.Gallen - nach einem 2:0 gegen die Canes - Meister und dann hiess der Meister 5 Mal Canes und 6 Mal Gossau! Diese Serie wurde nur 2012 durch White Horse Lengnau unterbrochen, die im FInal gegen Gossau die Oberhand behielten.
Dreimal trafen die Canes auf Gossau in einem Playoff-Final, zweimal gewann en die Zürcher (2006 und 2011), einmal blieben die Berner siegreich (2009). Die gleiche Bilanz gilt für Playoff-Halbfinals: Zweimal gabe es für den Titelverteidiger das bessere Ende (2008) und 2012), einmal waren es die Berner (2004). Von der Statistik her sind gewisse Vorteile für die Zürcher auszumachen, aber wie auch schon einmal festgestellt, entscheidet die Statistik keine Spiele. Aber was mit Sicherheit vorausgesagt werden kann, sind hochemotionale Playoffspiele von zwei äusserst spielstarken Mannschaften. Einen Favoriten gibt es nicht. Möglicherweise könnten die Berner die etwas frischere Mannschaft sein, konnten sie sich in den Viertelfinals relativ klar und locker gegen White Horse Lengnau durchsetzen, während die Titelverteidiger nach dem kräftezehrenden Cupfinal, der bekanntlich erst im Penaltyschiessen entschieden wurde, und der Zusatzschlaufe gegen ein äusserst starkes Mümliswil schon eher die Reseven anzapfen mussten.
Auch wenn die Berner konsequent sich weigern, eine Website zu unterhalten, sind sie dennoch keine unbekannte Grösse. Das Kader hat kaum Veränderungen erfahren und man kennt sich in- und auswendig. Falls die Berner doch noch irgend eine Überraschung aus dem Hut zaubern sollten in der Form eines zurückgetretenen Nationalspielers, wird das die Gossauer kaum schockieren. Vorbei sind die Zeiten als mit solchen Aktionen die Stärkeverhältnisse markant verschoben werden konnten. Selbst gestandene und erfahrene Grossfeldcracks brauchen heute eine gewisse Angewöhnungszeit auf dem Kleinfeld, bis sie ihr volles Leistungsvermögen entfalten können. Den Gossauern auf der anderen Seite gelang es immer wieder eigene Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft zu integrieren und diese sukzessive an die Spitze heranzuführen. Ja, die Jungen sind auch in der Lage Verantwortung zu übernehmen, sodass der Titelverteidiger nicht ganz einfach auszurechnen ist.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass offenbar 8:7 das Lieblingsresultat darstellt. Lange nagte das erste 8:7 n.V. im Cupfinal 2005 an der Gossauer Psyche, als sie als Underdog den haushohen Favoriten bis aufs Letzte forderten und erst in der Verlängerung nach einem glücklichen Freistosstreffer kapitulieren mussten. Erst acht Jahre später wurde diese Scharte ausgewetzt mit dem 14:6 im letzjährigen Cupfinal. Wir sehen jetzt noch wie, die Zürcher Oberländer die letzten Minuten im 4:3 ohne Torhüter herunterspielten und die Berner beinahe demütigten. Oder wer erinnert sich noch an den klaren 20:10 Sieg im Playoff-Halbfinal in Zuchwil, als man den Bernern nachsagte, sie hätten am Abend vorher allzu sehr den Meistertitel vonm SV Wiler/Ersigen mitgefeiert? Und dann war da noch der legendäre 47er, Oli Krüger langjähriger Torhüter und später Coach, der es mit den Schiedsrichtern nicht einfach hatte und auch einmal einen 10-Minüter in Kauf nahm. Unvergessen waren auch seine Berichte über die Spiele der Canes, die von jedem Kleinfeldfan begeistert verschlungen wurden.
Es gäbe noch viele Geschichten und Anekdoten zu erzählen. Wir lassen es für einmal bleiben, sind aber überzeugt, dass die aktuelle Playoffrunde zweifellos für weiteren Stoff sorgen wird. Die Ausgangslage ist bekannt: Wenn Gossau Meister wird, hätte man 11 Titel inklusive Meisterschaft und Ligacup erreicht und somit die gewonnen Titel der Berner Hurricanes egalisiert. Gewännen die Berner den Titel - und da benutzen wir ganz gerne den Konjunktiv - würden sie was die Anzahl Meistertitel anbelangt zu Gossau (6-facher Meister) aufschliessen. Es steht also für beide Teams einiges auf dem Spiel. Spannung und Emotionen sind garantiert.
