Auch die Damen feierten in der Begegnung mit dem UHC Bevaix eine Premiere. Zwar trafen die Herren schon mehrmals im Ligacup auf den Neuenburger Verein, und da sie niemals mit leeren Händen aus der Romandie zurückkehrten, wurde das als gutes Omen für die Playoff-Viertelfinals gedeutet. Unterschätzen wollten die Zürcher Oberländerinnnen ihre Widersacherinnen jedoch keinesfalls, denn wer sich für die Playoffs qualifiziert, muss Qualitäten haben. Nach der verschmerzbaren Niederlage gegen Floorball Albis im letzten Gruppenspiel und dem umso schmerzvolleren Untergang im Cupfinal, erwarteten nicht nur die Spielerinnen eine Reaktion. Eine Negativ-Spirale musste unter allen Umständen verhindert werden.
Mindestens von der noch im Cupfinal herrschenden Nervosität war zu Beginn des Spiels nichts mehr zu merken, auch wenn noch nicht alles nach Wunsch gelang. Bis die Neuenburgerinnen sich auf der Anzeigetafel bemerkbar machten, stand es schon 3:0 für die Einheimischen und zudem hatten sie einen Zweier schadlos überstanden. Das war vor allem fürs Selbstvertrauen gut. So konnte der Verlusttreffer weggesteckt werden und das 4:1 markierte Tabea Arnold kurz vor Drittelsende. Aber das war noch nicht das Drittelsresultat, denn drei Sekunden vor der Sirene musste noch der Anschlusstreffer kassiert - «gefressen» wie sich Coach Leimbacher jeweils auszudrücken pflegt - werden.
Als die Gossauerinnen zu Beginn des zweiten Drittels ihren Vorsprung durch Pia Heller und Nina Brecher auf 6:2 ausbauten, dachte wohl kaum einer in der Halle, dass das Spiel noch einmal spannend werden würde; auch nicht als Bevaix ein Powerplay ausnützte und den Anschlusstreffer markierte. So erreichten die Rekordmeisterinnen die zweite Pause mit einem nicht üppigen aber doch beruhigendem Vorsprung, auch wenn sie eine Powerplaychance nicht nutzen konnten.
Das letzte Drittel begann mit einem weiteren Anschlusstreffer der Bevaisannes, der aber kurz darauf mit einem erfolgreichen Powerplay durch Pia Heller beantwortet wurde. Aber dann, wie ein Blitz aus heiterem Himmel legten die Neuenburgerinnen zweimal nach und kamen plötzlich bis auf ein Tor heran. Coach Leimbacher musste nun sein Timeout nehmen und seinen Spielerinnen ins Gewissen reden. Offenbar erfolgreich, den Tanja Herrmann sorgte mit dem ausserordentölich wichtigen 8:6 wieder etwas für Entspannung der Nerven, nicht nur bei ihren Mitspielerinnen. Dreieinhalb Minuten vor Schluss sah sich dann der Coach von Bevaix genötigt, sein Timeout zu beziehen. Seine Worte hatten aber ihre Wirkung verfehlt, denn nach nur 3 Sekunden sorgte Andrea Eglauf für die Vorentscheidung. Das 9:6 war zuviel für Bevaix und Tanja Herrmann und Tabea Arnold verschönerten das Resultat bis zum Ende noch auf 11:6.
Der erste Schritt war getan, der zweite sollte am Neuenburgersee erfolgen. Einfach wird es nicht, aber die Damen haben nicht vergessen, wie man wichtige Spiele gewinnt und so reisen sie zuversichtlich Richtung Romandie.
UHCevi Gossau - UHC Bevaix 11:6 (4:2, 2:1, 5:3)
Mettlen, Pfäffikon ZH. 60 Zuschauer. SR Etzensperger.
Tore: 04:38 Marty (Egli) 1:0, 14:08 Brecher 2:0, 14:31 Herrmann (Heller) 3:0, 14:41 Jacquenod (Arnanda) 3:1, 18:54 Arnold (Heller) 4:1, 19:57 Bach 4:2;
21:12 Heller (Herrmann) 5:2; 24:44 Brecher (Tanner) 6:2, 30:33 Gardet (Werner) 6:3 (PP);
41:16 Werner (Masi) 6:4, 44:15 Heller (Eglauf) 7:4 (PP), 47:35 Bach (Werner) 7:5, 48:37 Jacquenod 7:6, 51:54 Herrmann (Heller) 8:6, 56:37 Eglauf 9:6, 57:10 Herrmann (Heller) 10:6, 59:06 Heller 11:6.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen UHCevi Gossau (Heller, Arnold), 2mal 2 Minuten gegen UHC Bevaix.
Gossau: Bolliger; Brecher, Tanner, Koller; Arnold, Herrmann, Heller; Guillod, Egli, Marty; Eglauf.
Bemerkungen: Gossau ohne Seitz und Ulrich. 48:37 Timeout Gossau, 56:34 Timeout Bevaix. Bestplayer: Elodie Isler (Bevaix) und Pia Heller (Gossau)
