Mit einem Golden Goal entschieden die Herren die letzten zwei Titel, 2015/16 den Meistertitel gegen Blau-Gelb Cazis, 2016/17 den Ligacup gegen Nuglar United. Die entscheidenden Szenen werden jedem Anhänger der Zürcher Oberländer zweifellos noch präsent sein. Klar wäre es schön, wenn am Ende der Saison 2017/18 wieder ein Titel den Weg nach Gossau finden würde, aber sollte es soweit kommen, müsste schon einiges an Unerwartetem passieren. Die Verantwortlichen sind deshalb auch zurückhaltend bei der Formulierung der Saisonziele, die da heissen Qualifikation für die Playoffs und an Weihnachten im Ligacup noch dabei. Letzteres bedeutet, dass immerhin der Viertelfinal, in welchem man mit etwas Lospech bereits einem Topshot gegenüberstehen würde, überwunden werden müsste. Das wäre dann im alten Jahr noch die ultimative Nagelprobe für die kommende Saison.
Auch wenn nüchtern betrachtet die Herren vom UHCevi Gossau nicht die Topfavoriten sind, dürfen die Rekordmeister zuversichtlich in die Saison 2017/18 gehen. Das Kader blieb im grossen Ganzen konstant. Dem Abgang von Reto Ehrensperger steht der Zuzug vom Mann aus Muotathal - Andy Wyler - gegenüber. Seine Qualitäten wurden an dieser Stelle bereits gewürdigt. Auch Nicky Walther, welcher im II eine schöpferische Pause eingelegt hatte, steht wieder zur Verfügung. Zudem - und das ist das Erfreulichste - stossen Junge nach, die die Routiniers unter Druck setzen, wie zum Beispiel Silvan Frank, welcher im Ligacupspiel gegen Fully mit einem Hattrick gleich zu Beginn überzeugte und von allem Anfang an dafür sorgte, dass das Spiel in die richtigen Bahnen gelenkt wurde.
Obwohl sehr viel Potential in der Mannschaft steckt, Titelfavoriten sind andere. Allen voran Schweizermeister Blau-Gelb Cazis. Die sonst schon starken Bündner haben mit Sandro Dominioni und Torhüter Martin Hitz zwei ehemalige Nationalspieler der Malanser Alligatoren verpflichten können und werden nur sehr schwer zu schlagen sein. Das ehrgeizige Ziel, das Double zu gewinnen, ist überhaupt nicht arrogant sondern sehr realistisch. Jeder Punkteverlust der Steinböcke muss deshalb als mittlere Sensation bewertet werden.
Ebenfalls mit einem Altinternationalen- Philippe Fankhauser - verstärkt hat sich der Vizemeister von Wiler-Ersigen. Auch wenn sie mit ihren jeweiligen Miniaufgeboten sich mehr schlecht als recht durch die Qualifikation durchzumogeln pflegen, werden sie für die Playoffs bereit sein, und es würde niemanden wundern wenn dort plötzlich Matthias Hofbauer mit einer KF-Lizenz auf den Plan treten würde... Auch im Ligacup wollen die Grünen bestimmt für Furore sorgen, umso mehr als dass es bei den Kollegen vom Grossfeld mit dem Cup-Pokal fast nie klappt. «Cupsieg für Wiler-Ersigen» wäre auch für die erfolgsverwöhnten Berner eine durchaus attraktive Schlagzeile, auch wenn diese «nur» dank dem Kleinen Feld zustande gekommen wäre.
Wer sollte sonst noch ein ernsthaftes Wörtchen bei den Titelvergaben mitreden? Kappelen, Ligacupsieger 2016 und Meister 2015, musste zahlreiche gewichtige Abgänge in Kauf nehmen und geht keiner einfachen Saison entgegen. Das Potential, um die Favoriten zu ärgern haben sie jedoch allemal und die Playoffqualifikation dürfte trotz allem kein Problem sein.
Nuglar - in den letzten beiden Jahren Cupfinalist - wäre auch längst fällig für einen Titel. Nach dem Abgang ihres Denkers und Lenkers Alferd Kurtesi zu Baselregio aufs Grossfeld, dürfte das ein ganz schwieriges Unterfangen werden. Für die Schwarzbuben gilt dasselbe wie für Kappelen: Favoriten ärgern und problemlose Playoffqualifikation.
Weitere Titelanwärter sind nicht auszumachen. Sollte trotzdem ein Team zu Ehren kommen, dass wir hier nicht erwähnt haben, käme das einer veritablen Sensation gleich und einer monumentalen Fehleinschätzung aller Experten. Aber genau das macht ja den Sport so attraktiv und darauf freuen wir uns.
Los geht es am nächsten Sonntag um 14:30 in Kaisten mit der Partie gegen DT Bäretswil!