Der Blick in die Kristallkugel I

Blick in die Unihockey-Kristallkugel
Blick in die Unihockey-Kristallkugel

Von 2011 bis 2015 errangen die Damen des UHCevi Gossau in jeder Saison einen bis zwei Titel, sieben insgesamt an der Zahl. Dass das kein Dauerzustand sein konnte, war jedoch immer allen klar, und die titellosen Spielzeiten in den vergangenen zwei Jahren kamen nicht überraschend. Und trotzdem, dreimal in einem Halbfinal zu stehen, dazu eine Ligacup-Finalteilnahme, wollte am Ende bei allem Schönreden niemand so richtig begeistern und  das Jammern - wenn auch auf hohem Niveau - war nicht zu überhören. Zumindest die ewigen Optimisten sprechen deshalb auch von einer schöpferischen Pause oder gar vornehm auf französich «reculer pour mieux sauter...» (n'est-ce pas, Dominique!)

Es gibt aber auch gute Gründe, die dafür sprechen, dass in der kommenden Saison mehr drinliegen wird als «nur» Halbfinalqualifikationen. Da waren schon einmal die ersten beiden Runden im Ligacup, welche die Damen souverän für sich entschieden, ja mit dem 50:5 gegen die bedauernwerten Bülacherinnen den Vereinsrekord ihrer männlichen Kollegen einstellten. Erfreulich dabei war, dass sich mehrere Aktuerinnen als äusserst treffsicher erwiesen und nicht alles auf das Konto eines einzelnen Superstars ging.

Im weiteren ist das Team im grossen und ganzen unverändert zum letzen Jahr, und das geübte Auge des Fachmannes hat vor allem bei den jüngeren Spielerinnen markante Fortschritte gegenüber der vergangenen Saison feststellen können. Aus den bitteren Erfahrungen der knapp und zum Teil fahrlässig vergeigten Habfinals sind die Lehren zweifellos gezogen worden und wir sind überzeugt, dass sich diese Fehler nicht mehr wiederholen werden.

Umso mehr, als die Damen letztes Jahr auf ihre Topskorerin Nina Brecher in den entscheidenden Spielen wegen einer Verletzung verzicheten mussten. Nina ist wieder fit, topmotiviert zurück und hat mit ihren zwölf persönlichen Treffern im Ligacup gegen Floorball Bülach ihre Feuerkraft bewiesen. Unter der Rubrik «Erfolge» auf der UHCevi Gossau Homepage hat sie «noch keine...» angegeben, was einerseits bedeutet, dass Halbfinlaqualifikationen für sie nicht als Erfolge gezählt werden und andrerseits, dass der Eintrag baldmöglichst geändert werden soll. Der Webmaster würde das noch so gerne tun...

Ein Blick zur Konkurrenz zeigt, dass auch in diesem Jahr vor allem mit den Oe-Queens aus Oekingen, die gleich beide Titel verteidigen wollen, zu rechnen ist. Mit dem Triumph am gutbesetzten Surseecup, in welchem sie im Halbfinal gegen den UHCevi Gossau das bessere Ende für sich behielten, haben sie ihre Ambitionen bereits eindrücklich angemeldet. Das ewige Duell dürfte auch in der kommenden Saison in eine weitere Runde gehen. Unihockey Berner Oberland, der Aufsteiger in der Westgruppe, wird zweifellos ganz vorne mitmischen. Die überraschende Ligacupfinal-Qualifikation gegen UHCevi Gossau war sicher das Ausrufezeichen der Spielzeit 16/17 und auch im Cupfinal boten die Berner Oberländerinnen den favorisierten Oe-Queens lange Paroli. Die dritte Kraft aus dem Westen dürften die Fribourgerinnen aus Semsales sein, welche mit den Gossauerinnen bei deren letzten Titel 2015 im Playoff-Final die Klingen kreuzten und sich erst in der Belle geschlagen geben mussten.

Trotz vielen Wechseln bei den Double-Gewinnerinnen von 2016, den Red Devils aus Altendorf - die Mannschaft stand gar kurz vor der Auflösung - wäre es falsch die Schwyzerinnen jetzt schon abzuschreiben. Zumindest einen Platz in den Playoffs darf erwartet werden. Auch mit den Kantonsrivalinnen von Floorball Albis darf in den Playoffs gerechnet werden. Ein äusserst unbequemer Gegner, gegen den die Zürcher Oberländerinnen in den letzten fünf Partien nur einmal gewonnen hatten.

Eine spannende Saison kündet sich an. Los geht es am nächsten Sonntag um 09:55 im bündnerischen Flims mit der Partie gegen Blau-Gelb Cazis!