Einmal mehr hielt der Klassiker Gossau gegen Oekingen, was er im Vorfeld versprochen hatte. Schweizermeister gegen Ligacupsieger, das Beste vom Besten im Damenkleinfeld! Seit fünf Jahren haben sich Oekingen und Gossau die zu vergebenden Pokale in Meisterschaft und Ligacup schwesterlich geteilt. Nach drei Cupsiegen wollten die Solothurnerinnen nun endlich auch einmal den Meisterkübel holen, aber meistens stand ihnen dabei Gossau im Weg und auch in diesem Jahr sollte es nicht anders sein.
Nach der dramatischen Schlussphase im ersten Spiel, in welcher die Oe-Queens in der letzten Minute mit einem Doppelschlag die Verlängerung erzwangen, um dann in dieser trotzdem noch das Golden Goal zu kassieren, wollten es die Solothurnerinnen besser machen. Sie waren dann auch für das einzige Tor im ersten Drittel verantwortlich, dass die quirlige Mirjam Hintemann erzielte, welche schon im Ligacup-Final beeindruckte. Besorgt fragte man sich auf den Zuschauer-Rängen, ob man gegen die Nummer 9 der Solothurnerinnen immer noch kein Rezept gefunden hätte. Nun, die Oekingerinnen lagen in Führung und man weiss es, dass sie wohl eine der besten Defensive im Lande haben und dass es immer schwer wird, gegen sie einen Rückstand aufzuholen. Traditionellerweise gibt es im Klassiker Gossau - Oekingen nie viele Tore, da war das 8:7 vom Freitagabend bereits eine üppige Ausbeute.
Coach Leimbacher zog aber in der Pause die richtigen Schlüsse aus dem Gesehenen und es war Flurina Kuhn die kurz nach Wiederaufnahme des Spiels den vielbejubelten Ausgleich markierte. Doch Gossau geriet erneut in Rücklage und das gleich mit zwei Toren. Das 1:3 knapp vor Hälfte des Spiels erinnerte verdächtig an ein Dejàvue im Ligacupfinal und zwei Tore gegen Oekingen aufzuholen, siehe oben. Aber die Geschichte wiederholte sich nicht. Gossau kam zurück mit einem Doppelschlag und Flurina Kuhn brachte ihre Farben gut zwei Minuten vor Ende des zweiten Drittels gar in Führung. Der kurz darauf folgende Ausgleich beantwortete Tanja Herrmann mit dem 5:4 und nun waren es die Titelverteidigerinnen, welche eine Eintoreführung in die Pause nehmen konnten.
Im letzten Drittel kullerte nach vier Minuten ein Ball holtertipolter über die ominöse Line des Oekinger Tors. Für den tückischen Ball war Seraina Kilchspergers Schaufel verantwortlich und so stand es 6:4. Aber das war's noch nicht. Oekingen gab nicht auf, nach einem erfolgreichen Powerplay und einem haarsträubenden Fehler in der Gossauer Abwehr war der Ausgleich wieder Tatsache. Ja, man fürchtete sogar, dass Gossau nach der kräftezehrenden Aufgholjagd einbrechen könnte. Mit dem 7:6 durch Tanja Herrmann wurden aber diese Befürchtungen zunächst widerlegt. Trotzdem, ein Tor Vorsprung war nicht viel und man wollte von nun an dem Ball Sorge tragen und nicht durch unnötige Fehler dem Gegener Möglichkeiten offerieren. So ereignete sich lange nichts Zählbares mehr. Als dann drei Minuten vor dem Ende noch das Timeout auf Solothurner Seite beansprucht wurde, wusste man, dass mit einem 4:3 der Oe-Queens eine hektische Schlussphase auf die Gossauerinnen zu kommen würde. Die Erinnerungen an den Freitagabend waren noch frisch! Flurina Kuhn jedoch erlöste die bangenden Zuschauer kurz darauf mit einem Empty Netter. Sibylle Tanner und Pia Eugster stellten dann noch auf ein vielleicht gar hohes 10:6 und das Finale war erreicht.
Dort trifft man wie in den vergangenen Jahren auf eine Equipe aus dem Kanton Fribourg. Dieses Mal ist es aber nicht Tafers sondern der UHT Semsales. Für alle die im Geografie-Unterricht nicht aufgepasst haben: Semsales liegt zwischen Bulle (FR) und Vevey (VD) und ist mit dem Auto in zwei Stunden und 20 Minuten erreichbar! Wir freuen uns auf ein spannendes Derby zwischen der Romandie und der Deutschschweiz, aber auch um eine neue Gegend in der Unihockeylandschaft kennenlernen zu dürfen.
Strafen: UHCevi Gossau 1-mal 2 Minuten, UHC Oekingen keine Strafen.
