Wohin geht die Reise? Vorschau

Reiseziel Meisterfeier?
Endet die Reise einmal mehr im Schützenhaus?

Hat sich eine gewisse Sättigung eingestellt frei nach dem Motto, «wir haben doch schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt», oder ist der Hunger auf Titel ungestillt? Schon gegen Ende der letzten überaus erfolgreichen Saison konnte man da und dort das Wort «Rücktritt» hören, doch spätestens an der traditionellen Meisterfeier wurde das auch schon wieder relativiert, in dem man noch eine Saison «anhängen» wolle. Und so kam es, dass bei den Herren kein einziger Rücktritt zu verzeichnen ist und auch bei den Damen – abgesehen vom zeitlich befristeten Playoff-Comeback  von Michèle Bücheler und Barbara Luginbühl, welches definitiv keine Wiederholung erfahren wird  – fast alles beim alten bleibt. Mehr noch, mit Nadja Seitz hat man von Greenlight Richterswil eine ausserordentlich starke Torfrau gewinnen können, sodass man auf der Position zwischen den Pfosten wieder Optionen hat.

Erkundigt man sich nach den Zielen beider Mannschaften wird der Ball flach gehalten und offiziell heisst es, dass man im Ligacup  über den Jahreswechsel  noch dabei sein will und in der Meisterschaft wollen die Playoffs erreicht werden. Auch wenn der eine oder andere Anhänger das als krasses Understatement einstufen möchte und gar behauptet, ein gewisser Engadiner aus Davos nähme Einfluss, sind die Einschätzungen realistisch. Wie nahe die Konkurrenz – insbesondere bei den Herren – gekommen ist, ist allen noch in bester Erinnerung. Im Ligacup-Halbfinal kassierte man gegen Cazis beim Stande von 9:9 kurz vor Schluss eine Zweiminutenstrafe – normalerweise das Ende – und konnte im letzten Moment noch den Kopf aus der Schlinge ziehen oder der Sieg in der Verlängerung des Penaltyschiessens am Ligacupfinal gegen Kappelen ist allen sicherlich noch präsent.

Damit wären wir auch bei den wahrscheinlich härtesten Konkurrenten der Zürcher Oberländer, die bei der Titelvergabe ein sehr ernsthaftes Wort mitreden werden. Zunächst gilt es einmal die Qualifikation zu überstehen.  Trotz «Ballflachhalten» gehört der UHCevi zu den Favoriten auf die playoffberechtigten Plätze. Ebenso wahrscheinlich werden wir dort Blaugelb Cazis wiederfinden, das sich auf die neue Saison mit den torgefährlichen Wyler und Betschart von Muotathal  verstärkt hat. Auch mehr oder weniger sicher darf man White Horse Lengnau in den Playoffs erwarten, auch wenn sie in der letzten Saison vermehrt Schwächen zeigten und im aktuellen Cupwettbewerb sich nur mit Ach und Krach qualifizieren konnten. Der vierte Playoff-Platz wird sehr umstritten sein. Wild-Goose Gansingen  hat sich in den letzten beiden Jahren dafür qualifizieren können, dürfte aber hart bedrängt werden vom DT Bäretswil , wenn dieses einmal konstanter wird und seine Qualitäten nicht nur gegen Gossau zur Geltung bringt. Auch die Tiger Sharks aus Unterkulm muss man  für die Playoffs auf der Rechnung haben, obwohl diese in den letzten Jahren immer wieder enttäuschten und mit überraschenden Punktverlusten gegen schwächer kotierte Teams sich selbst um die Früchte ihrer Anstrengungen brachten. Der UHC Zuzwil-Wuppenau  wird den Ligaerhalt problemlos schaffen, aber für die Playoff-Qualifikation dürften die Trauben doch etwas zu hoch hängen. Zudem muss «ZuWu» das frühe Ausscheiden im Ligacup gegen einen Unterklassigen wegstecken. Die drei Neulinge, Castle Star Trin, Wehntal-Regensdorf und die «Liftmannschaft» Phantoms Rafzerfeld  werden wohl die beiden Abstiegsplätze unter sich ausmachen.

In der Westgruppe gehören die üblichen Verdächtigen zu den Playoff-Favoriten. Kappelen ist zweifellos der Kronfavorit und auch die ewig jungen Berner Hurricanes mit dem Zuzug des Ex-Nationalspieler Marc Dysli wollen es noch einmal wissen. Die Canes dürften kaum von den Playoffplätzen zu verdrängen sein. Aber geschenkt wird in dieser eher ausgeglicheneren Gruppe nichts. Allen voran Mümliswil hat das Potential für mehr als nur die Viertelfinal-Qualifikation. An den beiden starkbesetzten Vorbereitungsturnieren, dem Raiffeisencup  und dem Surseecup,  überzeugte einerseits Blumenstein und andrerseits Nuglar, obwohl letzteres die Rücktritte von Thomas Voegtli und Simon Best verkraften musste. Eine dieser fünf Mannschaften wird bezüglich Playoff auf jeden Fall den schwarzen Peter ziehen. Sollte sich eine andere Mannschaft qualifizieren, wäre das aber eine faustdicke Überraschung.

Bei den Damen dürfte es etwas komplizierter werden. Da hier immer noch mit vier Gruppen gespielt wird und demnach nur die ersten zwei Plätze für die Playoffs berechtigen, werden diese heiss umstritten sein. Als Titelverteidiger sind die Gossauerinnen zu favorisieren, aber das Leben dürfte ihnen vor allem von den Red Devils March-Höfe Altendorf, Greenlight Richterswil und den Jona Uznach Flames schwer gemacht werden. Nicht zu verachten sind die Floorballriders, welche am Surseecup den überraschenden zweiten Rang belegten.

Floorball Albis, Hot Chilis Rümlang und Mettmenstetten Unicorns dürften die beiden Playoffplätze der Gruppe 3 unter sich ausmachen.  Wer in Gruppe 1 hinter Tafers und in der Gruppe 2 hinter Oekingen die Playoffs erreichen wird ist völlig offen.  Selbst das Lesen im Kaffeesatz bringt da keine Aufschlüsse…

Einmal mehr steht uns eine spannende Saison bevor, in welcher die Titelverteidiger aus Gossau ein ernstes Wörtchen mitreden wollen. Wir freuen uns drauf und übrigens, den 28. Februar sollte man sich für alle Fälle terminlich freihalten…Wer weiss wohin die Reise geht!