Kantonsderby zum Auftakt

Liga-Cup
Fabian Gschwend, der ehemalige Gossauer, hier im Duell gegen Torhüter Ikone Oli Krüger (47), Berner Hurricanes (Playoff-Halbfinal 2008)
Fabian Gschwend, der ehemalige Gossauer, hier im Duell gegen Torhüter Ikone Oli Krüger (47), Berner Hurricanes (Playoff-Halbfinal 2008)

...die sich gegenseitig in- und auswendig kennen und die sich weder von der einen noch der anderen Mannschaft taktisch überraschen lassen werden.

Jump Dübendorf verabschiedete sich 2014 aus der obersten Kleinfeldliga und spielt aktuell in der geruhsameren zweiten Liga, was dem Vernehmen nach dem einen oder anderen gar nicht so ungelegen kommt. Vor einem Jahr verzichteten sie als Gruppensieger sogar auf den Aufstieg, die IBK Tar Heels erbten den Platz an der Sonne, um diesen umgehend ein Jahr später wieder abzugeben. Dieses Jahr beendeten die Glatttaler ihre Zweitligagruppe auf Platz drei und das soll auch für die kommende Saison das Mindestziel sein.

Das Problem bei den Jumps sind seit Jahren die knappen Personalressourcen. Trotzdem will der ehemalige Gossauer Fabian Gschwend (Schweizermeister und Ligacupsieger 2008), am Samstag mit drei vollständigen Blöcken antreten, obwohl gemäss Gschwend mit dem Urgestein Marc Brändli ein gewichtiger Abgang zu verzeichnen sei und die Transferbombe «Leimi zu Dübi» an der zu hohen Ablösesumme gescheitert sein soll... Jump Dübendorf brauche seine knappen Ressourcen für das Grossfeld, meinte er augenzwinkernd.

Erstmals seit drei Jahren haben sich die Glatttaler wieder für den Ligacup angemeldet, auch wenn gewisse Herren - die durchnittlich 37 Jahre alten - das Spiel über drei Drittel nicht wirklich schätzen. Der Gegner des letzten Ligacup-Spiels - Ironie des Schicksals - war am 27.11.2013 ausgerechnet der UHCevi Gossau. Immerhin war das bereits das Viertelfinale, bei dem dann der spätere Ligacupsieger mit 22:9 nichts anbrennen liess.

Bei der Zielsetzung der «Flieger» für den Ligacup übte sich Gschwend in Understatement. «Mit drei kompletten Linien spielen», laute das Motto, das möglicherweise schwieriger zu erreichen ist, als den Favoriten vom anderen Ende des Greifensees mehr als nur ein bisschen zu ärgern...

Immerhin sieht Gschwend einen Vorteil darin, dass sie über die Ferien ihr Montagstraining knallhart durchgezogen hätten, während sich die Gossauer noch mit Sandstränden, Surfbrettern, Sonnencrème und Liegestühlen beschäftigt hätten...

Jonas Knoll
Joni Knoll bringt im Playoff-Halbfinale 2008 auch die Berner Hurricanes zum Verzweifeln
Ein Wiedersehen gibt es auch mit einer anderen Gossauer Ikone: Joni «Oktopus» Knoll, welcher von 2006 bis 2009 das Gossauer Tor hütete und einer der wichtigsten Stützpfeiler für die Double-Gewinne 2007 und 2008 war. Den Nicknamen verdiente er sich im Ligacup-Final 2007 gegen ULA, als er bei seiner Einwechslung gegen Ende des zweiten Drittels beschloss, einfach keinen Treffer zu kassieren. Er wehrte alles ab und nicht nur die Zuschauer hatten den Eindruck, der hätte vier Arme und vier Beine, als den Langenthalern einfach nichts mehr gelang, die Gossauer das Spiel drehten und am Ende zum ersten Mal den Ligacup in die Höhe stemmen durften!

Die Gossauer andrerseits haben sich wie gewohnt auf die neue Saison vorbereitet. Wie in der letzten Saison - von den Verantwortlichen wurde damals zu Beginn von einer «Übergangssaison» gesprochen... - sollen auch in diesem Jahr vermehrt die Jungen Verantwortung übernehmen. «Viertelfinal im Ligacup und zum Jahreswechsel noch Chancen auf die Playoff-Qualifikation» lautet das Motto des Schweizermeisters. Um das eine dieser beiden Ziele nicht zu verpassen, ist aber ein Sieg gegen Dübendorf Pflicht! Einfach wird es trotz allen Vorzeichen ganz bestimmt nicht. Für alle AKtive und Fans ist die schrecklich lange unihockeylose Zeit vorbei, und wir freuen uns auf den Samstag, 6.8.2016, 14:00 im Dürrbach!