Im Fachjargon spricht man dabei von der «Schwierigkeit des Nachladens», und im Eishockey stellt aktuell der SC Bern das Paradebeispiel dar, der nach dem gloriosen Meistertitel 2013 heuer in der letzten Runde der Regular Season auf Schützenhilfe angewiesen ist, um nicht in den Playouts zu landen...
Auch beim UHCevi Gossau ist «Nachladen» angesagt. Zwar haben die frischgebackenen Ligacupsieger im Vorjahr zuletzt bewiesen, dass sie das können. Aber nach der emotionalen Tal- und Bergfahrt in die tiefsten Gräben des Ozeans und auf die höchsten Gipfel des Himalayas (die Reihenfolge ist bewusst so gewählt….), wird in diesem Jahr die Aufgabe noch schwieriger. Der Gegner – wie im Vorjahr –ist der UHC Mümliswil, welcher sich im letzten Moment auf Kosten von Blumenstein für die Playoffs qualifizieren konnte.
Der UHC Mümliswil ist alles andere als ein Freilos, wie er von gewissen Bündner Experten bezeichnet worden ist. Ein Blick auf die Begegnungen letztes Jahr zeigen, dass die Zürcher zwar zweimal siegten, aber die Partien waren sehr ausgeglichen und es brauchte immer eine Sonderleistung, um den Sieg nach Haus zu fahren. In Erinnerung bleibt wie im ersten Spiel in Uster ein Energieanfall von Leimbacher einen Doppelschlag zur Folge hatte und die Partie für die Zürcher in die richtige Richtung brachte. Im Rückspiel in Oensingen waren die Gossauer bis zur Spielhälfte nie in Führung. Unterdessen haben die Guldentaler weitere Fortschritte gemacht und die Qualifikation für die Playoffs in der ausgesprochen starken und ausgeglichenen Gruppe 1 sagt alles über die Qualitäten der Solothurner. Zudem haben sie in der Regular Season die legendären Canes schlagen können und auch bei der momentanen Nummer 1 im Kanton Bern, Cupfinalist UHC Kappelen, konnten sie einen Punkt ergattern. Mümliswil wird sich nicht mit der Playoff-Qualifikation zufriedengeben, denn das hatte man schon im Vorjahr erreicht und dieses Jahr will, am zweifelsohne mehr! Eine ganz schwierige Aufgabe erwartet also den Titelverteidiger.
Der UHCevi Gossau auf der andern Seite hat den ersten Titel der Saison 2013/14 bereits in der Tasche. Es wird sich zeigen, ob nach dem aufwühlenden Cupfight die Luft schon draussen ist, oder ob der errungene Cupsieg die Lust auf Mehr noch steigern wird.
Es auf jeden Fall eine enge Partie zu erwarten mit unbestimmtem Ausgang. Die starken Guldentaler – ob sie das jetzt gerne hören oder nicht – sind leicht zu favorisieren, dürften sie doch aufgrund des für sie freien Cupfinal-Wochenende die etwas frischere Equipe sein. Siehe dazu auch die Vorschau vom UHC Mümliswil.
Das erste Spiel findet am Samstag, 8. März um 15:00 Uhr in der Berufsschule in Uster statt. Das Rückspiel wird einen Tag später, am 9. März um 17:30 Uhr im Schulhaus Oberdorf in Oensingen ausgetragen. Für zahlreiche Unterstützung ist der Ligacupsieger dankbar!
Nach dem Herrenspiel sollte man aber noch nicht gleich nach Hause gehen, denn auch die Damen tragen um 18:30 Uhr ihr erstes Viertelfinal-Playoff-Spiel aus. Nachdem sie das Rendez-vous in Bern verpasst haben, sind sie gewillt in der Meisterschaft für Furore zu sorgen. Ihr Gegner, Floorball Albis hat sich als Gruppenzweiter qualifiziert und hat bis dato noch keine Titel vorzuweisen, was nicht verwunderlich ist, denn Floorball Albis wurde erst 2013 gegründet als Fusion aus den Magic Sticks Obfelden und den UHC Dragons Knonau. Und jetzt beginnt der Name doch noch zu glänzen. Die Magic Sticks Obfelden waren 2010 Schweizer-Meisterinnen und damit die Vorgängerinnen des UHCevi Gossau. Und wenn man weiss, dass sie sich vor vier Jahren im Playoff-Final gegen den UHC Oekingen durchgesetzt haben, wird die Stärke von Floorball Albis offensichtlich. Zudem verfügen sie über drei ausgeglichene Blöcke und eine ausgezeichnete Torhüterin.
Die Gossauerinnen auf der anderen Seite mussten auf die neue Saison hin nach Abgängen und Verletzungen mit einem dünnen Kader auskommen, was ihnen letztlich auch den Einzug in den Cupfinal kostete. Zum Glück konnten dann Michèle Bücheler und Barbara Luginbühl für ein Comeback motiviert werden und die Schlagkraft kam zurück.
Nicht zuletzt dank den beiden Rückkehrerinnen ist der UHCevi Gossau für die Mission Titelverteidigung gut gerüstet. Es wird zwar ein hartes Stück Arbeit auf das Damen I warten, aber keine «Mission impossible!» Auch die Damen freuen sich über zahlreiche Unterstützung. Das zweite Spiel findet ebenfalls einen Tag später um 18:30 in Zendenfrei in Obfelden statt.