Vorschau Cupfinal

Liga-Cup
Cupfinal
Überreicht Joe Stöckli nach 2013 auch 2014 den Siegerspokal an Matthias Keller?

Allerdings benötigten die Zürcher Oberländer lediglich 9 Jahre dazu, d.h. dass 7 der letzten 10 Ligacupfinals mit Gossauer Beteiligung stattfanden. (Für die Statistiker sei nachgetragen, dass die Canes für ihre sieben Teilnahmen 16 Jahre benötigten…) Nun, da man den Final erreicht hat, interessieren die Anzahl Teilnahmen nicht mehr sondern die Siege. Und da haben die Berner Hurricanes mit sechs Siegen die Nase (noch) vorne. Die Gossauer sind bei deren drei angelangt und würden nur zu gerne mit dem vierten Sieg den Bernern etwas näher kommen. Aber bekanntlich gewinnt man mit Statistiken keinen Blumentopf und bis es so weit ist, ist noch ein rechtes Stück Arbeit zu bewältigen.

Der diesjährige Gegner kommt aus dem Seeland und ist ein Altbekannte, nämlich der UHC Kappelen. Wenn auch – wie oben erwähnt - die Statistik keine Spiele entscheidet, fördert ein Blick in die dieselbe Erstaunliches zu Tage. Während der UHCevi Gossau in den Playoff-Spielen gegen Kappelen stets die Oberhand behielt, ist im Ligacup gerade das Umgekehrte der Fall. In den bisherigen drei Begegnungen mussten stets die Zürcher den Seeländern zum Sieg gratulieren. Allerdings liegen die Niederlagen im Viertelfinal (2002) und Achtelfinal (2003) doch schon eine geraume Zeit zurück und ausser Lukas Leimbacher oder Basil Widmer mag sich niemand so genau daran zu erinnern. Umso schmerzlicher ist die Erinnerung an den verlorenen Viertelfinal in der Saison 2011/12 als man der Kappeler Torhüter sich in einen wahren Spielrausch steigerte und selbst im gefürchteten Powerplay der Gossauer einfach kein Tor erlaubte. Diese Niederlage nagte noch lange an den Zürchern, und es dauerte lange, bis diese verarbeitet war. Wie Balsam wirkte letztes Jahr als man im Playoff-Finale in zwei absolut hochstehenden Spielen Kappelen bezwingen konnte, ja das erste Spiel in Kappelen soll etwas vom Besten gewesen sein, was man je auf dem Kleinfeld gesehen habe. So jedenfalls war die einhellige Meinung der vielzitierten Experten. Aber das war eben Meisterschaft und nicht Cup…

Kappelen hatte das umstrittenste Spiel im Viertelfinal, das gegen die Wild Goose aus Gansingen erst in der Verlängerung mit 9:8 gewonnen werden konnte, keine Probleme kannten sie dann im Halbfinal gegen White Horse Lengnau, dass sie beeindruckend souverän mit 11:4 für sich entscheiden konnten. Gossau andrerseits marschierte mehr oder wenig locker bis in den Halbfinal vor in welchem sie auf ein ungemein starkes Blau-Gelb Cazis trafen. Beim Stande von 9:9 vier Minuten vor Schluss musste eine Strafe genommen werden und der Strick lag schon sehr eng um die Hälse der Gossauer. Mit zwei Shorthandern (!) konnten sie sich aber aus der ungemütlichen Situation auf wundersame Weise befreien und zwangen die mit sich und dem Schicksal hadernden Bündner in die Knie.

Einen Favoriten im Finale auszumachen, dürfte schwierig sein. Die Ausgangslage ist absolut offen. Beide Mannschaften haben in der Meisterschaft überzeugt und ihre Gruppen gewonnen. Die Tagesform wird entscheidend sein und einen kleinen Vorteil haben die Gossauer möglicherweise: Sie kennen die einmalige Cupfinal-Atmosphäre in der Wankdorfhalle und sie wissen auch, wie man einen Cupfinal gewinnt. Kappelen auf der anderen Seite ist ein Cupfinal-Rookie und wird die neuen Eindrücke zuerst einmal verarbeiten müssen. Aber wenn das nach der dritten Minute erfolgt sein sollte, wird der ganze vermeintliche Vorteil weggeputzt sein und in 57 Minuten kann noch sehr viel passieren. Auf jeden Fall erwartet uns ein spannendes und ausgeglichenes, aber auch gehaltvolles Spiel, den beide Teams können offensiv Akzente setzen und sind keine Betonmischer, die nur auf Konter lauern.

 

Vorschau im Zürcher Oberländer vom 28.2.2014