Wie der Statistiker der Guldentaler richtig gezählt hat, wird am kommenden Sonntag-Abend bereits die neunte Auseinandersetzung zwischen den Solothurnern und den Zürchern stattfinden, sodass man ohne weiteres von einem Viertelfinal-Klassiker sprechen darf. Auch wenn die Titelverteidiger sieben der vergangenne acht Begegnungen für sich entschieden hatten, die Bilanz also ein stolzes 7:1 vermeldet, darf man keinesfalls schon zur Tagesordnung übergehen und auf die Halbfinalauslosung warten. Die Partien waren meistens hart umstritten und bis weit ins letzte Drittel war jeder Ausgang möglich.
Unvergessen bleibt die Viertelfinal-Serie im vergangenen Frühling. Die Gossauer hatten eben eine Woche zuvor in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Cupfinal den UHC Kappelen in der Verlängerung des Penaltyschiessens in die Knie gezwungen mussten für den anstehenden Viertelfinal wieder von der Wolke sieben herabsteigen. Nachladen für die PLayoffs war gefragt und das soll gemäss Experten so unendlich schwer sein, denn der Cupsieg hatte physische und emotionale Kräfte gekostet und trotzdem begann auch die erste Viertelfinal-Partie gegen Mümliswil wieder bei 0:0. Die Experten sollten recht behalten. Das Spiel war ein Geknorz und ein Viertelstunde vor Ende lag man mit drei Treffern zurück. Mit drei Treffern rettete man sich in die Verlängerung und kur vor Ablauf derselben - Wintsch hatte getroffen - duselte man sich in bester Bayern München Manier zum Sieg.
Kaum 24 Stunden später stand man sich in Oensingen erneut gegenüber. Die Gossauer zeigten sich klar verbessert und lagen entsprechend eine Vioertelstunde vor Ende mit vier Treffern voran. Aber dann war der Benzintank leer, die Guldentaler trafen in derselben Minute gleich dreimal und kamen in einen Flow, der sie schliesslich zum 7:6 Sieg trug. Mutti und M. Boner waren je dreifache Torschützen. Und die Guldentaler gehörten fortan zu den wenigen Teams, die in den vergangenen vier Jahren den Rekordmeister über dreimal 20 Minuten schlagen konnten. Die Geschichte hatte dann bekanntlich für Gossau doch noch ein Happy-End: Nachdem man in der durch die Niederlage in Oensingen nötig gewordenen Belle nach zwei Dritteln nur knapp mit 5:4 in Front lag, liess man im letzten Drittel ein glattes 7:0 folgen und errang den höchsten Sieg in der Geschichte gegen den UHC Mümliswil. Da waren die Benzintank plötzlich auf der anderen Seite leer...
Nun, für den Sonntagabend erwarten wir ein eher knappes Resultat. Die Guldentaler haben sich in der Meisterschaft auf dem playoffberechtigten zweiten Platz etabliert und nur - neben zwei Unentschieden gegen die Canes und Nuglar - eine knappe Niederlage gegen den Branchenleader aus der Westgruppe erlitten. Dem gegenüber stehen fünf zum Teil klare Siege in der nach Meinung der Fachleute eher stärkeren 1.-Liga Gruppe.
Auf der anderen Seite steht der Titeverteidiger «ganz in Weiss» wie der Zürcher Oberländer in seine heutigen Ausgabe meldet und meint damit nicht die Tenuefarbe sondern die sprichwörtliche Weisse Weste, welche nicht von Verlustpunkten beschmutzt ist... Der Auftritt in der vierten Runde war überzeugend und wir dürfen zuversichtlich nach Oberdorf schauen. Aber auch dieses Spiel beginnt bei 0:0, und zwar um 20.00 Uhr im Schulhaus Oberdorf in Oensingen.
