Martin Keller (mk): Der UHCevi Gossau ist das erfolgreichste KF-Team aller Zeiten und hat einen grossen Teil seiner Titel ohne Coach errungen. Was reizt Dich, diese sicher nicht ganz einfache Aufgabe zu übernehmen?
Thomas Schoch (ts): Ja das Team spielte in den letzten Jahren sehr erfolgreiches Unihockey ohne Coach. Ich glaube aber das frischer Wind dem Team gut tut. Eine externe Person als Trainer ohne voreingenommen zu sein ist für das Team sicher ein richtiger Entscheid. Da das Team schon Jahre miteinander mit wenigen Änderungen zusammen ist, gibt es da und dort gewisse Abnützungserscheinungen und die Akzeptanz ist kleiner geworden. Es reizt mich dadurch sehr, das Team wieder so erfolgreich wie zu seinen besten Zeiten zu machen und möchte mein Bestes geben.
mk: Du warst einer der besten KF-Schiedsrichter – Playoff-Final und Ligacupfinal 2013 -, hast anschliessend auf das Grossfeld gewechselt und jetzt hinter die Bande als Coach. Was gab Dir den Anstoss den Schritt vom Schiri zum Coach zu tun?
ts: Nach fast 30 jähriger SR- Karriere zuletzt als NL Schiedsrichter trat ich 2017 von diesem Amt zurück. Aber mir war klar das ich früher oder später in irgend einer Form zum Unihockey Sport zurückkomme, der mich fast das ganze Leben begleitet hat. Eigentlich hatte ich eine Idee, dass man eine Gruppe Schüler-Schiedsrichter gründet, die bereits mit 14 Jahre in Begleitung eines SR Coach Spiele leiten dürfen, wie ich es damals als14 Jähriger durfte, da es 1986 noch keine Alterslimite gab. Denn in diesem Alter ist man eher stolz und bekommt zudem noch ein gutes Sackgeld. Die Schiedsrichterei Ist auch eine gute Lebensschule und für die Persönlichkeitsentwicklung wertvoll. Aber zwischen 16-18 , da ist es eher uncool oder oder hat schon viele andere Hobbys usw.
Aber das Traineramt war auch immer im Hinterkopf und da mein jüngstes Kind Unihockey spielt, spielte ich oft mit diesem Gedanken. Als ich im Frühjahr mit UHCevi Gossau in Verbindung kam, musste ich nicht lange überlegen.
mk: In den vergangenen Jahren lautete die Zielsetzung immer gleich: An Weihnachten noch im Ligacup dabei sein und Qualifikation für die Playoffs. Auch letztes Jahr wurde das erreicht und trotzdem spürte man eine leise Enttäuschung. Wie lautet die Zielsetzung für dieses Jahr?
ts: Eigentlich war das schon auch das Ziel gewesen für diese Saison, aber mit dem frühen Cup Out (nach 2 Drittel noch 10:7) haben wir dort weitergemacht wie wir letzte Saison aufgehört haben. Nun müssen wir uns voll auf die Meisterschaft konzentrieren und aus den Fehlern lernen und vorwärts schauen.
mk: Gibt es ausser dem Neuzugang von Thomas Aellig und der Rückkehr von Adi Vollenweider weitere Änderungen im Kader? Was erhoffst Du Dir von den Neuen?
ts: Nein sonst gibt keine grossen Änderungen im Kader, ausser dass Adi Vollenweider und Reto Ehrensperger wieder zur Verfügungn stehen. Thomas (Aellig) ist ein sehr wichtiger Spieler für uns auf und neben dem Platz, sehr zweikampfstark und ein gutes Auge fürs Spiel. Er wird uns mit seiner langjähriger NLA Erfahrung sehr wichtig sein. Adi ist auch ein wichtiger Spieler für das Team. Er bringt sehr gute Inputs im spielerischen und taktischen Bereich.
mk: Was sind generell die Stärken Deiner Mannschaft? Und wo gibt es Verbesserungspotential?
ts: Wir haben technisch und vom Körperspiel her starke Einzelspieler und damit eine gute Basis, um erfolgreich zu sein. Zurzeit haben wir Mühe unser Leistungen konstant hoch zu halten. So hatten wir am Surseecup sehr schwache aber auch sehr gute Spiele.
mk: Mein Eindruck von der letzten Saison war, dass wichtige Spiele ganz knapp (Playoff-Viertelfinal gegen Nuglar zweimal mit Golden Goal) und unglücklich (Ligacup-Halbfinal gegen Kappelen nach eine 6-Tore Führung anfangs des letzten Drittels) verloren gingen und dass dabei in der Hitze des Gefechts vom sich selbst coachenden Team nicht immer die glücklichsten Entscheide getroffen wurden. Bist Du nun der kühle Kopf, den es in solchen Situationen dringend braucht und der letzes Jahr gefehlt hat?
ts: Ja ich hoffe das ich mit meiner Erfahrung dem Team weiterhelfen kann. Um in den wichtigen Situationen die richtige Entscheidungen zu treffen. Auch mit unpopulären Entscheiden werde ich mich nicht zurückhalten, wenn es sein muss.
mk: Ein Wort zu den Gegnern! Blau-Gelb Cazis, UHC Kappelen, Nuglar United, UHC Mümliswil und White Horse Lengnau? Siehst Du noch andere, die uns die Suppe versalzen könnten?
ts: Wie man gegen UHC Flamatt gesehen hat muss man jeden Gegner ernst nehmen, auch die machen ihre Hausaufgaben. Man hat uns mit dem frühen Cup Out mächtig die Suppe versalzen.
mk: Thema Superfinal: Wäre das aus Deiner Sicht auch für das Kleinfeld eine Option?
ts: Wäre sicher möglich aber sicher nicht in diesem Aufwand. Dann müsste man in der obersten Kleinfeldliga von der Turnierform wegkommen und Einzelspiele Austragen, also 3 mal 20 Minuten analog zum Grossfeld und Playoff best of 5. Bin mir aber fast sicher viele Vereine wollen diesen grossen Aufwand nicht.
mk: Sagt Dir das Datum 23. Februar 2019 etwas? :)
ts: Cupfinal! (als Zuschauer, leider...)
mk: Besten Dank für das aufschlussreiche Interview. Ich wünsche Dir und Deiner Mannschaft für die kommende Saison alles Gute und viel Erfolg, auf dass die Saison erst Mitte April zu Ende gehen wird…
