Obwohl die Herren vom UHCevi Gossau die vergangene Saison für einmal ohne Titel abgeschlossen hatten, darf diese Spielzeit keinesfalls als Tiefpunkt in der Geschichte bezeichnet werden. Immerhin erreichte das Team sowohl den Ligacup-Final als auch die Playoff-Finalspiele. Was bei anderen Mannschaften zu Euphorie-Stürmen führen würde, konnte die erfolgsgewohnten Spieler aus dem Zürcher Oberland nur bedingt befriedigen. Mittlerweile ist die Vergangenheit abgehakt und es gilt sich jetzt voll und ganz auf die kommende Saison zu konzentrieren.
Bevor am 27. September die ersten Meisterschaftsspiele angepfiffen werden, hat der UHCevi Gossau neben zwei Vorbereitungsturnieren auch schon zwei Ernstkämpfe im Ligacup hinter sich. Klar, war da die Oberländer Equipe gegen die Viertligisten Sierre und Wolhusen klarer Favorit, aber wie die Siege zustande gekommen sind, lässt hoffen. Dem rekordverdächtigen 50:5 im Wallis – man stelle sich vor, alle 72 Sekunden ein Torerfolg und das während der gesamten Spielzeit – folgte ein ebenso souveränes 31:8 im Luzerner Hinterland. Die Visiere scheinen definitiv justiert zu sein. Zudem brillierte das Herren I am traditionellen Raiffeisencup mit dem Turniersieg - dem fünften insgesamt n.b. -, obwohl sie nur mit reduziertem Bestand antreten konnten.
So erfreulich die Vorbereitung auch gelaufen ist, dämpfen die Verantwortlichen jedoch sogleich übertriebene Erwartungen. Auch wenn keine Rücktritte zu vermelden sind und das Kader im grossen Ganzen das Gleiche ist wie letzte Saison, hält der Teamverantwortliche Adrian Vollenweider den Ball flach, wenn es um die Zielsetzungen geht. Die Mannschaft sei im Umbruch und es sei das Hauptziel, den Jungen mehr Verantwortung zu übertragen und mehr Einsatzzeit zu gewähren. Da müsse der eine oder andere Punktverlust riskiert werden, aber längerfristig sollte sich diese Strategie auszahlen. Konkret wolle man an Weihnachten im Ligacup noch dabei sein und im Februar bei der Vergabe der Playoffplätze ein ernsthaftes Wort mitreden.
Auch wenn gegen aussen diese Zielsetzungen als bescheiden aufgefasst werden sollten, bei den Stichwörtern «Kappelen» oder «Canes» blitzt es beim einen oder anderen in den Augen und der geneigte Fachmann stellt sofort fest, dass da noch offene Rechnungen sind, die man in dieser Saison unbedingt begleichen will! Sollte das gelingen wäre der Rekordmeister entgegen allem Understatement wieder ziemlich weit oben in der Hierarchie… Für Spannung und Dramatik ist also auch in der neuen Saison wieder gesorgt. Freuen wir uns darauf!