So wurde der kommende Cup-Kracher auf dem Fachportal unihockey.ch bezeichnet, wohl nicht ganz zu Unrecht. Auch wenn es in der langen Erfolgsgeschichte des UHCevi Gossau erst zwei Begegnungen gegen die «Grünen» gab, steckt eine ganze Menge Tradition in dieser Begegnung. Bekanntlich sind die meisten der Berner Akteure ehemalige Berner Hurricanes, genau die «Canes», die zusammen mit dem UHCevi Gossau während weit mehr als zehn Jahren die Kleinfeldszene dominierten, wie die 13 Meistertitel - 8-mal Gossau, 5-mal Canes - und die 12 Ligacupsiege - 7-mal Canes, 5-mal Gossau - eindrücklich beweisen. Dass es da die eine oder andere Geschichte oder Anekdote zu erzählen gäbe, ist zwar offensichtlich, wir wollen das aber auf das nächste Vereinsjubiläum aufsparen und uns ganz auf Wiler-Ersigen konzentrieren.
Das grosse Wiler-Ersigen - und damit meinen wir nicht nur die Kleinfeld-Equipe - ist mit 11 Meistertiteln das erfolgreichste Team im Land, verglichen damit sehen die zwei Cupsiege fast etwas mickrig aus. Ja, die Fachleute sprechen sogar von einem Cup-Fluch, der über dem SVWE liegen soll. Ob dieser «Fluch» bei den ehrgeizigen Grünen unter anderem auch eine Rolle gespielt haben soll, als sie die Ligacup-Rekordsieger von den Berner Hurricanes in ihre Reihen aufnahmem, entzieht sich unseren Kenntnissen. Mindestens letztes Jahr konnte dieser (noch) nicht besiegt werden, als das «Zwöi» sensationell gegen den UHC Nuglar United in den Viertelfinals sang und klanglos mit 9:16 unterging.
Im aktuellen Ligacup fällt auf, dass die Wiler insbesondere im 1/16-Final gegen die Red Devils mit 9:6 und im 1/8-Final gegen Ramba Zamba Merenschwand mit 8:4 nicht besonders überzeugt haben, aber das kümmert im Nachhinein niemanden mehr, ebensowenig wie Gossaus deutlich klareren Siege in den vorangegangenen Runden: 13:5 gegen Derendingen, 19:10 gegen Fully und 18:4 gegen Blumenstein.
Noch viel weniger einen Anhaltspunkt geben die Leistungen vom SVWE in der Meisterschaft. Obwohl sie meistens mit Ach und Krach gerade mal mit zwei Blöcken anreisen, liegen sie trotz erstaunlichen Punktverlusten gegen Krattigen und Mümliswil auf Platz zwei, dicht gefolgt von der Konkurrenz, allerdings aber auch schon vier Punkte hinter Leader Kappelen.
Gossau andrerseits drehte nach einem Fehlstart gegen Bäretswil auf und liegt punktgleich mit Leader Cazis und Runnerup Bäretswil auf Platz drei. Der Sieg gegen Schweizermeister Cazis gehörte dabei zu den Glanzpunkten.
Die Ausgangslage ist also absolut offen und Prognosen sind etwa soviel wert wie Kaffeesatzlesen. Die Berner wollen den Sieg um jeden Preis und überlassen kein Detail dem Zufall. So hat beispielsweise Teamsenior Tom Lüthi den UHCevi Gossau höchstpersönlich in Derendingen bei dessen 13:5 Sieg beobachtet und die Ansetzung des Spiels auf Sonntagabend, 21:00 Uhr - auf den ersten Blick nicht ganz nachvollziehbar - könnte der Grund sein, dass da irgend noch eine überraschende Personalie aus dem Ärmel gezogen wird. Nein, Patrick Mendelin wird es nicht sein...
Und da wären wir bei den offenen Rechnungen. Die Bilanz gegen den SV Wiler-Ersigen II ist mit 0:2 Siegen die einzige negative Bilanz in der Erfolgsgeschichte von Gossau, eine Tatsache die besonders für gewisse erfahrene Akteure der Zürcher Oberländer ein absolutes Nogo ist. Ja, der SVWE II wurde sogar als Wunschlos bezeichnet und auf Zürcher Seite freut man sich sehr auf die Begegnung. Auch die «Schmach» der letzjährigen frühen Verabschiedung aus den Playoffs gegen eben diese Berner, soll gerächt werden. Und zu guter Letzt soll auch kein Stoff für ein «Mendelin-oder-wer-auch-immer-Gate» geliefert werden. Gossau ist bereit für den Kampf und wird alles in die Waagschale werfen und wenn dabei sogar die Cuphexe dazu bewogen werden muss, den SVWE-Cup-Fluch noch etwas zu verlängern...
SV Wiler Ersigen - UHCevi Gossau
Sonntag, 19.11.2017, 21:00
Sportanlage Grossmatt, Kirchberg (BE)
