Nervenkitzel mit glücklichem Ausgang

Playoff
1:0 in der Finalserie!

Es ist Playoff-Final-Zeit! Und auch in diesem Jahr stehen die Ö-hoffentlich-nicht-Queens Gossau gegenüber. Der Halbfinal vor zwei Jahren war immer noch im Gedächnis und das Matchblatt wurde darum sehr gründlich kontrolliert. Die Oekinger Fans kamen mit dem Fanbus überpünktlich an und machten sich dann auch sofort in der Halle breit. Allen voran der Herr an der Trommel, welcher sich sich den Platz in der Kanzel in der Mitte des Spielfelds ergatterte von wo er das ganze Spiel durch mit seiner Unkentniss der Unihockeyregeln und anderem Lärm auf sich aufmerksam machte.

Das Spiel startete nach der Nationalhymne pünktlich um 18:00 Uhr und die beiden Teams schenkten sich von Beginn an nichts. Bereits in der zweiten Minute fand Brecher nach einem Zuspiel von Herrmann das Tor. Eine frühe Führung für Gossau. Leider hielt sie nicht sehr lange an. den bereits in der sechsten Minute konnte ein Abpraller von der Bande verwertet werden und somit zum 1:1 ausgeglichen werden. Eine Strafe gegen Ulrich konnte dann in der 15. Minute genutzt und das Spiel gedreht werden. Bereits in der Anfangszeit zeigte Seitz, dass sie bereit für dieses Finale war und konnte einige Male das Team vor mehr Gegentreffern bewahren. Spielstand zur Pause 1:2.

Im zweiten Drittel mussten sich unsere Damen also etwas einfallen lassen um den Anschluss nicht zu verlieren. Leider hatte Jäggi etwas dagegen und konnte einen Kommunikationsfehler zwischen Verteidigung und Torfrau ausnutzen und ein Buebetrickli versenken. In den nächsten fünf Minuten passierte nichts zählbares. Seitz konnte durch wunderschöne Aktionen ihren Fehler von vorhin locker wieder wett machen und weitere Treffer von Oekingen verhindern. In der 28. Minute starteten die glamurösen 2.5 Minuten von Herrmann. Mit drei Treffern welche nur von einem Treffer durch Ulrich unterbrochen wurde schaffte sie es das Heimteam in Führung zu schiessen. Bei einem Treffer gelang es ihr der hintersten Verteidigerin der Solothurnerinnen den Ball abzuluchsen und musste so den Ball nur noch an der Torfrau vorbei schieben. Durch diesen Hattrick und ihren Kampfgeist das ganze Spiel hindurch hat sie sich den Bestplayer klar verdient. Kurz vor Ende des Drittels durfte sich Brecher ein wenig auf der Strafbank ausruhen. Bis zur Pause konnte die Überzahl durch die Gäste aber noch nicht genutzt werden. Resultat zur zweiten Pause 5:3.

Mit einem zwei Tore Vorsprung startete frau also in das letzte Drittel. Zwei Tore scheinen für einen Fussballfan nach viel zu klingen, für einen Anhänger des Lochballsports ist aber klar, dass dies noch lange kein klares Resultat sein muss. Dies schien auch den Ö-Queens klar gewesen zu sein. So konnten sie die Überzahl noch ausnutzen und auf 5:4 verkürzen. In der 46. Minute gelang den Gästen dann der Ausgleich und das Spiel war wieder offen. Chancen gab es bis zum Ende der Regularen Spielzeit auf beiden Seiten zu Hauf. Aber entweder endeten die bei den Torfrauen, der Torumrandung oder komplett neben dem Tor. In dieser heissen Phase hätte jeder Treffer das Spiel entscheiden können. Jeder Fehler wurde sofort vom Gegner ausgenutzt aber es entstand nichts zählbares. Viele Male musste auch Seitz wieder eingreifen und konnte so Gossau im Spiel halten. Die Anzeigetafel zeigte nach 60 gespielten Minuten 5:5.

Da war sie also die Verlängerung. 10 Minuten, Golden Goal. Wer trifft gewinnt. Eigentlich ganz einfach. Für den Zuschauer sicher, ja. Aber wenn frau dort auf dem Feld steht und dann die Ruhe bewahren muss ist das wohl ganz was anderes. Das 4. Drittel wurde angepfiffen und sofort versuchten beide Teams wieder vorzupreschen und ein Tor zu erzielen. Ohne Rücksicht auf Verluste wurde nach vorne gespielt. Tanner war es dann aber, welche wirklich die Ruhe bewahren konnte und den ersten Sieg nach Gossau holen konnte. Mit einem platzierten Schuss von der Seite konnte sie den Goalie erwischen und so das Spiel entscheiden.

Es war ein sehr spannendes und enges Spiel. Es hätte auf beide Seiten kippen können. Den rund 190 Zuschauern ist ein spektakulares Unihockeyspiel auf höchstem Niveau geboten worden. Nun stehen die Titelverteidigerinnen mit dem Rücken zur Wand und müssen Gewinnen. Weiter gehts am nächsten Samstag um 19:00 Uhr in Zuchwil. Das Damen I freut sich über jede Unterstützung.(sts)

UHCevi Gossau – UHC Oekingen 6:5 n.V. (1:2, 4:1, 0:2, 1:0)
Halle für Alle, Stäfa. – 190 Zuschauer. – SR Roland Dubach -.
Tore: 01:39 Brecher (Herrmann) 1:0, 05:07 Schoy (Vogel) 1:1, 14:55 Jäggi 1:2;
22:22 Jäggi 1:3, 25:31 Herrmann (Krieger) 2:3. 25:42 Ulrich (Marty) 3:3, 27:22 Herrmann 4:3, 30:07 Herrmann 5:3;
40:56 Vogel (Jäggi) 5:4, 45:02 Vogel (Roth-Vez) 5:5;
65:35 Tanner 6:5.
Strafen: UHCevi Gossau 2-mal 2 Minuten (Ulrich, Brecher), UHC Oekingen keine Strafen.
UHCevi Gossau: Seitz; Tabber, Brecher, Herermann; Marty, Guillod, Ulrich; Stettbacher, Arnold, Krieger.
Gegner: Thomet; Schoy, Jäggi, Vogel, Müller, Schmid, Brunner, Krähenbühl, Roth-Vez, Bläsi, Ochsenbein.
Bemerkungen: UHCevi Gossau ohne Sigrist (überzählig), Eglauf und Koller (verletzt). Bestplayer: Tanja Herrmann (Gossau), Miriam Jäggi (Oekingen).