20:3 fegten die Damen vom UHCevi Gossau im Zürcher Oberländer Derby das Dreamteam Bäretswil vom Platz und damit war das Gossauer Publikum für den darauffolgenden Herren Viertelfinal schon bestens eingestimmt! Ob das der Grund für das exzellente erste Drittel war, welches das «weisse Ballett» gegen Meister Lengnau auf das Parkett zauberte, müssen andere entscheiden. Auf jeden Fall entsprach das Heimspieldoppelpack im Ligacup voll und ganz dem Gusto des Gossauer Anhangs und man hoffte damals auf eine Wiederholung.
Nun, die vielzitierte Glückgöttin Fortuna hatte bei der Auslosung ein Oberländer Herz! Sowohl die Damen als auch die Herren erhielten ein Heimspiel und damit Gelegenheit, erneut ein Doppelevent zu organisieren. «Im Halbfinal gibt es keine leichten Gegner», meinte ein langjähriger Akteur des UHCevi Gossau, «und deshalb spielt das Losglück nur beim zugewiesenen Heimrecht eine Rolle.» Ähnlich tönt es bei den Damen. Auf die Frage, ob sie froh seien, nicht den Titelverteidiger Oekingen empfangen zu müssen, wird selbstbewusst geantwortet, dass man jeden Gegner schlagen müsse, um Cupsieger zu werden.
Zunächst aber kommt es zum Zürcher Duell zwischen den Oberländerinnen aus Gossau und den Säuliämtelerinnen aus Mettmenstetten. Die Unicorns liegen in der Erstliga-Gruppe 3 auf dem 2. Platz, punktlgleich mit Leader Richterswil, der in der letzten Spielrunde geschlagen wurde. Die drei Verlustpunkte wurden bei einer Niederlage gegen die Regensdorfer Hot Chilis und einem Unentschieden gegen die Obfeldner Magic Sticks eingefahren. Magic Sticks? Das sagt uns etwas. Richtig, im 1/16-Final trafen die Gossauerinnen auf dieses Team und schwangen nur knapp mit 6:4 obenaus. Das lehrt uns, dass Gegnerinnen aus dem Säuliamt gefährlich sind, umso mehr wenn man die diesjährige Cupgeschichte betrachtet. Im Viertelfinal schalteten sie mit den Jona-Uznach Flames den ewigen Rivalen der Gossauerinnen aus und im Achtelfinal zertrümmerten sie die bedauernswerten Tessinerinnen Flippers-Tanachin San Gottardo mit 47:4! Feuerkraft ist bei den Einhörnern also ohne Zweifel vorhanden. Mit ihren im laufenden Ligacup erzielten 88 Toren sind das ganze 30 Treffer mehr als die Zürcher Oberländerinnen markieren konnten! Und diese sind ja in dieser Beziehung auch nicht gerade sparsam, wenn man das aktuelle Torverhältnis des verlustpunktlosen Leaders in der Meisterschaft betrachtet. 71:17 oder durchschnittlich 7:2 pro Spiel sind auch eindrückliche Werte! Auf jeden Fall steht uns ein spannendes Spiel bevor, das mehr als nur ein Vorspiel zum Herren Halbfinal sein wird.
Auf den UHC Nuglar United sind die Herren in der Vergangenheit schon öfters gestossen und es waren stets umstrittene und spannende Auseinandersetzungen, meistens mit dem besseren Ende für die Zürcher. Das erste Aufeinandertreffen war 2008 in einem Ligacuphalbfinal in Frenkendorf. Das Spiel war lange dank einer herausragenden Leistung des Nugler-Torwart ausgeglichen, bis sich die routinierten Zürcher doch noch 12:6 durchsetzten. Ein Jahr später schrammten die Gossauer, als klare Favoriten ins Spiel gestartet knapp an einer Niederlage vorbei. Erst im Penaltyschiessen machte Thomas Zuppinger alles klar nachdem der legendäre Torhüter Knoll sämtliche Versuche der Schwarzbuben abwehrte. Ein weiteres Jahr später kam es im Playoff-Halbfinal zu einer weiteren Begegnung, die der spätere Schweizermeister aus dem Zürcher Oberland wieder deutlich klarer für sich entscheiden konnte. In der Saison 2010/2011 spielten die Solothurner in derselben Gruppe wie Gossau und im bedeutungslosen letzten Spiel – der damalige Titelverteidiger hatte sich bereits für die Playoffs qualifiziert - errangen die Schwarzbuben mit 6:4 ihren ersten Sieg. Im letzten Jahr – Nuglar und Gossau spielten wieder in derselben Gruppe - rüttelten die Solothurnern mit einem 5:5 gehörig am Monument Gossau. Im Rückspiel setzte sich aber die Routine der Zürcher mit einem klaren 12:3 wieder durch.
Inzwischen ist Nuglar eine feste Grösse in der Szene und das hoffnungsvolle Nachwuchsteam ist unterdessen auch routinierter geworden. Letztes Jahr schafften sie es bis in den Cupfinal, in welchem sie am anderen Kleinfeld Monument, den Berner Hurricanes, scheiterten. Aber sie boten den Bernern erbitterten Widerstand. Ein enger Kampf auf hohem Niveau ist zu erwarten und wir freuen uns auf den äusserst sympathischen und fairen Gegner.
Leider spielt die prekäre Hallensituation in Gossau den ambitionierten und erfolgreichen Unihockeyanerinnen und Unihockeyaner erneut einen üblen Streich. Aufgrund der Kurzfristigkeit zwischen Auslosung und Spieltermin war es nicht möglich, entsprechende Hallen in der Nähe zu organisieren. Gerne hätte man die beiden Halbfinals als Doppelevent durchgeführt. Leider war auch das nicht möglich. Einmal mehr vermisst man schmerzlich die Dreifachhalle, die für eine Gemeinde wie Gossau zwingend wäre. Wenn wir hier schon einen Neujahrswunsch anbringen dürfen, wünschen wir den verantwortlichen Politikern fürs kommende Jahr Mut und Weitsicht, damit die Weichen in dieser leidigen Angelegenheit endlich richtig gestellt werden.