Man konnte es drehen und wenden wie man wollte, die Gossauerinnen stiegen als Favoritinnen in die Partie gegen den UHC Riehen. Auch wenn die Baslerinnen die Playoffs als Angehörige der Westgruppe souverän geschafft hatten, zweifelte keiner der anwesenden Zuschauer an einem Favoritensieg. Für die Akteurinnen des UHCevi Gossau hiess es aber trotzdem mit voller Konzentration ans Werk zu gehen, denn es gab auch so keinen Grund zu Überheblichkeit.
Das Spiel entwickelte sich gleich wie geplant. Gerade mal gut zwei Minuten waren gespielt und die Einheimischen führten bereits 3:0. Das Spiel lief wie am Schnürchen, die Riehenerinnen waren überfordert und als sie zum ersten Mal trafen stand es schon 4:0. Bis zum ersten Tee erhöhten Eglauf und zweimal Koller auf 7:1 und die Anhänger erinnerten sich an den Ligacuphalbfinal vor zwei Jahren, als zur ersten Pause die Gossauerinnen gar 10:0 führten.
Damals allerdings kamen die Aussenseiterinnen im zweiten Drittel zurück und holten bis zum 5:10 Tor um Tor auf. Würden sie das auch wieder tun?
Auf jeden Fall leisteten sie zu Beginn des zweiten Drittels deutlich mehr Widerstand, Zählbares schaute aber nicht heraus und auch auf der Gossauer Seite versiegte die Torproduktion. Kurz vor der Hälfte des Spiels sorgte Lara Guillod mit einem Foul für Action. Der daraus resultierende Penalty hielt Lara Sigrist souverän
nein, zurückgezogen, wie der Kommentator meinte, war es nicht, wie das Video eindeutig beweist!
und Gossau durfte sich im Boxplay üben, und zwar erst noch erfolgreich: Rückkehrerin Sibylle Tanner verwertete ein Zuspiel der überragenden Nadine Marty überlegt zum 8:1. Der Rest der Strafe wurde überstanden und gleich hatten die Gossauerinnen eine weitere Special-Team Gelegenheit. Und auch im Powerplay liess der Erfolg nicht lange auf sich warten: Nadine Marty zum 9:1. Mittlerweile hütete bei den Zürcher Oberländerinnen Sereina Bolliger das Tor und sie machte sich gleich bemerkbar, nicht mit einem Big Save aber mit einem äusserst präzisen langen Abwurf auf Nadine Marty, die an diesem Abend alles traf und diesmal war es das 10:1. Das Spiel war natürlich entschieden und mit vier weiteren Toren endete das zweite Drittel mit 7:0, was in Summe 14:1 ergab.
Es ist den Baslerinnen aber hochanzurechnen, dass sie sich nicht aufgaben und im letzten Drittel alles taten, um wenigstens noch den einen oder andern Ehrentreffer zu erzielen. Mit zwei Treffern zu Beginn des letzten Drittels gelang das gegen die nachlassenden Zürcher Oberländerinnen auch. Andrea Eglauf stattete dann der Strafbank noch einen Besuch ab, weil Sereina «Benji» Bolliger den zuvvor verhängten Penalty an die Latte lenkte. Immerhin waren die UHCevi Damen zu diesem Zeitpunkt was das Drittelsergebnis anbelangt im Rückstand und das wollten sie doch nocht so auf sich sitzen lassen. Gut fünf Minuten vor Schluss war Chrigi Koller für das erste Tor im letzten Drittel verantwortlich und dann durfte Nadine Marty noch zu einem Penalty Anlauf nehmen. Aber auch der dritte Penalty in diesem Spiel fand den Weg nicht ins Ziel. Im darauf folgenden Powerplay hoelten sich die Gossauerinnen jedoch schadlos. Bis zum Ende skorten beide Teams noch je einmal und mit dem Schlussstand von 17:4 haben die Baslerinnen mit dem Drittelsresultat von 3:3 immerhin noch eine kleine Ehrenmeldung geholt. Darauf werden sie im Rückspiel aufbauen.
Noch ist Gossau nicht durch, aber die Voraussetzungen für die Halbfinalqualifikation sind natürlich sehr gut. Niemand zweifelt daran, dass am nächsten Samstag in Riehen der Sack zugemacht werden wird. Aber das Spiel muss gespielt werden, und die UHCevi Damen sind erfahren genug, um noch einmal mit voller Konzentration ins Rückspiel zu gehen. Wenn dann der Sieg in trockenen Tüchern sein sollte werden wir noch früh genug über mögliche Gegner philosophieren...
27:30 Tanner (Marty) 8:1 (BP), 30:45 Marty (Herrmann) 9:1 (PP), 32:00 Marty (Bolliger) 10:1, 34:20 Koller 11:1, 35:30 Marty (Herrmann) 12:1, 35:50 Eglauf (Koller) 13:1, 37:00 Herrmann 14:1;
42:00 Reiffer 14:2, 43:00 Hubler 14:3, 54:10 Koller (Tanner) 15:3, 56:00 Eglauf (Marty) 16:3 (PP), 58:00 Hermann 16:4, 59:30 Trachsler 17:4.