Nach dem 7:6 Auswärtssieg stand die Heimpartie unter dem Motto «Sack zumachen» und damit die Finalqualifikation sicherstellen. Klar, ein Selbstläufer würde das nicht sein, denn Oekingen war immerhin der Titelverteidiger. Wie aber das Damenteam im letzten Drittel und der Verlängerung das 2:5 in ein 7:6 wendete, war beeindruckend und liess die Erwartungen steigen.
Zwar begann die Partie gleich mit einem Fehlstart - Franziska Müller hatte für die Gäste getroffen - , was die Gossauerinnen wenig beunruhigte, denn gerade mal fünf Sekunden später war der Fehlstart durch Nadine Marty korrigiert. Damit hatte es sich für eine Weile mit Toreschiessen. Beide Teams bemühten sich um eine sichere Defensive und es geschah kaum etwas Nennenswertes bis dann die Einheimischen kurz vor Drittelspause mit einem Doppelschlag zum 3:1 die Führung an sich rissen. Es war der Beginn der wohl besten Phase der Gossauerinnen.
Die Mission «Finalqualifikation» war erfolgreich gestartet und Zuversicht verbreitete sich auch unter den einheimischen Anhängern.
Und diese wurde noch grösser, als Simea Monhart anfangs des zweiten Drittels gar auf 4:1 erhöhte. Ein weiterer Anschlusstreffer der Solothurnerinnen beantwortete Nadine Marty mit dem 5:2 und alles schien bis fünf Minuten vor Drittelsende auf Kurs zu laufen. Und plötzlich ein Doppelschlag der Titelverteidigerinnen zum 5:4, das Spiel schien plötzlich zu kippen, das Momentum war auf Seite der Oe-Queens. Ein haarsträubender Fehler des Oekinger-Captains, nutzte dann Lara Guillod eiskalt aus und alle waren sich einig, dass der sich anschleichende Negativtrend damit gestoppt worden sei, und dass das ein gaaaanz wichtiges Tor wäre.
Noch waren die Gossauerinnen nicht über dem Berg, aber eine Zweitoreführung war doch wesentlich besser als der Dreitore-Rückstaind vor einer Woche und mit einem nur annähernd gleichen Leistung wie vor Wochenfrist, sollte die Ernte doch einzufahren sein.
Und wieder einmal kam es anders. Oekingen machte nun gehörig Druck und den Gossauerinnen gelang nicht mehr viel. Irgendwie schien ihnen die Luft auszugehen, nicht verwunderlich, spielten sie mit zwei Blöcken, während die Solothurnerinnen fleissig ihre drei Blöcke durchrotierten. Zudem wurde dem Ball viel zu wenig Sorge getragen und so setzten sich die Gossauerinnen selbst unter Druck, indem sie den Bällen hinterherlaufen mussten. So kam es, wie es kommen musste. Zwei weitere Tore der Gäste, der Ausgleich war geschafft. Dann kam mit dem verschossenen Penalty noch Pech dazu, Oekingen zog sein Ding durch, Gossau versuchte mit vier zu drei - vor einer Woch hatte das so gut geklappt - verzweifelt noch einmal eine Wende herbeizuführen. Der Erfolg war mässig, ein Tor 29 Sekunden vor Schluss sorgte dafür, dass Gossau im letzten Drittel nicht torlos blieb. Aber da war nach zwei Empty Nettern das Spiel längst entschieden.
Es kommt nun am Sonntagabend zur Bell in Zuchwil. Gossau kann es packen, wenn wir das Gossau der ersten Hälfte von gestern sehen. Wir drücken die Daumen.
Playoff-Halbfinal 3. Spiel, Sporthalle, Sportzentrum Zuchwil, 31.3.2019, 19:30
23. S. Monhart 4:1, 29. J. Vogel 4:2, 33. N. Marty (A. Eglauf) 5:2, 36. F. Müller 5:3, 37. M. Zülle 5:4, 38. L. Guillod 6:4;
43. M. Jäggi 6:5, 47. F. Müller 6:6, 48. C. Bläsi 6:7, 52. M. Jäggi 6:8, 57. J. Vogel 6:9, 58. J. Vogel (L. Schmid) 6:10, 60. A. Eglauf (S. Monhart) 7:10.
