Dreimal seit 2012 schafften die Berner Oberländer in der Meisterschaft die Playoff-Qualifikation und jedes Mal bedeutete der UHCevi Gossau Endstation. Die Gesamtbilanz lautet mit 6:0 klar und deutlich für die Rekordmeister aus Gossau. Eine klare Sache könnte der voreingenommene Leser meinen, aber dem ist bei weitem nicht so. Waren die ersten beiden Siege vor fünf Jahren noch eine klare Angelegenheit der Gossauer, war es in den weiteren Serien 2013 und 2015 deutlich enger, ja im Halbfinal vor vier Jahren sogar extrem eng mit nur einem Tor Unterschied in beiden Spielen zugunsten der Gossauer. Die Experten waren sich damals einig, dass die Serie gerade so gut anders hätte enden können und sich die Zürcher Oberländer mit viel Glück à la Bayern München zum Erfolg duselten.
In den letzten Jahren allerdings konnten die Blumensteiner, die den Abgang des kongenialen Duos Michael Rufener und Sandro Bieli zu Kappelen verkraften mussten, von einer Playoff-Qualifikation nur noch träumen. Auch aktuell liegen sie in der Meisterschaft gerade einmal auf Platz neun, was allerdings noch nicht viel bedeutet. Immerhin setzten sie in der vorletzten Ligacuprunde gegen den starken Zweitligisten emotion Hinwil- nur knapp gescheitert in den Aufstiegsplayoffs - ein Ausrufezeichen mit einem klaren 14:9, um dann in den 1/16-Finals Kleindöttingen mit 14:13 zu eliminieren.
Ligacupsieger Gossau hat sich ohne grössere Probleme in den bisherigen Cuprunden gegen die unterklassigen Derendingen und Fully durchgesetzt. Der Meisterschafts-Beginn war dann allerdings ein veritabler Fehlstart. Gegen Bäretswil musste eine 3:10 Klatsche entgegengenommen werden und auch beim Mitfavoriten Lengnau wurde ein Punkt liegen gelassen. Aber im letzten Spiel gegen Schweizermeister Blau-Gelb Cazis setzten die Gossauer mit dem sensationellen 11:9 Sieg eine starke Duftmarke. Dass dabei auf die Feuerkraft von diversen Topcracks verzichtet werden musste, interessiert im Nachhinein natürlich niemanden, zeigt aber, dass eine gewisse Breite im Kader vorhanden ist und vor allem erfreulich, dass jüngere Kräfte durchaus in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen.
Blumenstein wird vor heimischem Publikum alles dran geben, dem leicht favorisierten Gossau ein Bein zu stellen und endlich gegen den «Angstgegner» ein Erfolgserlebnis und nicht nur ehrenvolle Niederlagen zu feiern. Gossau andrerseits will den gegen Cazis gewonnenen Schwung nützen und den Exploit bestätigen.
Das Spiel findet am 14.10.2017 um 11:00 in der Sporthalle Matte in Toffen statt. Für alle Fans, die ihre Mannschaft unterstützen wollen heisste es früh aufstehen. Toffen liegt zwischen Bern und Thun (Autobahn-Ausfahrt Rubigen) und ist in gut zwei Stunden - allerdings ohne die üblichen Staus auf der A1 - erreichbar. Wer dem voraussichtlichen Stau ausweichen will, kann die Route über den Hirzel - Entlebuch - Langnau i.E. - Konolfingen - Wichtrach - Gerzensee nehmen. Der Zeitverlust - kein Stau vorausgesetzt - beträgt ca. 45 Minuten. Wir sehen uns!
