«Simsalabim, und weggezaubert sind sie...»

Liga-Cup
2015: Nach 12:3 in der Belle gegen Semsales zum fünften Mal Schweizermeister
2015: Nach 12:3 in der Belle gegen Semsales zum fünften Mal Schweizermeister

Die Zürcher Oberländerinnen hatte eben im Halbfinal den ewigen Rivalen Oekingen ausgeschaltet und wähnten sich bereits auf der Zielgeraden zum nächsten Schweizermeister Titel. Nun, mit dem Wegzaubern wurde es dann vorerst nichts. Da hatte eine gewisse Fanny Ecoffey - sie trägt die Nummer 2 und das wollen wir uns gut merken - etwas dagegen und zauberte dann selbst. 7:5 führte Gossau vor Beginn des letzten Drittels und dann, «simsalabim» zum Ersten, «simsalabim» zum Zweiten - die Verlängerung war geschafft - und «simsalabim» zum Dritten, der Ball lag im Netz der favorisierten Zürcherinnen, die Halle explodierte, denn in diesem Moment war das Kleinfeldunihockey im Welschland angekommen. Euphorische Berichte in der Presse heizten das Fieber noch zusätzlich an. Etwas kleinlaut zogen die Gossauerinnen von dannen...

Zugegeben, die UHT Semsales war vor vier Jahren noch ein ziemlich unbekanntes und auch unerfahrenes Team. Mittlerweile haben sich aber die Semsaloises ale klare Nummer 1 der Romandie etabliert, an Erfahrung reicher und mittlerweile regelmässige Playoff-Teilnehmerinnen. Beeindruckend war in diesem Jahr vor allem der Auftritt im Ligacup, in welchem sie im Viertelfinal die erfahrenen und eher höher kotierten Berner Oberländerinnen von BEO souverän mit 16:10 ausschalteten und im Halbfinal gegen ein starkes Rüttenen mit 10:7 nachlegten. 

Die Gossauerinnen auf der anderen Seite haben eher eine durchwachsene Regular Season hinter sich. Immer wieder liessen sie da und dort ein Pünktchen liegen und sahen dadurch die Chance auf den Gruppensieg entschwinden. Zudem gab es zwie klare Niederlagen gegen ein starkes Floorball Albis, das ganz vehement Titelaspirationen angemeldet hat. Gut, der zweite Platz für Gossau steht jetzt schon fest und im Playoff-Viertelfinal könnte es erneut zum, Duell Gossau - Semsales kommen.

Schauen wir aber vorerst noch einmal auf den Ligacup, in welchem die Gossauerinnen das bisherige Glanzstück der Saison 2018/19 hinlegten. In einem dramatischen Fight, rangen sie den Branchen-Primus, Rekord-Cupsieger UHC Oekingen mit 7:6 nieder und setzten damit ein ganz starkes Zeichen. Einen grossen Anteil am Sieg hatte eine bärenstarke Nadja Seitz im Zürcher Tor, an der in der entscheidenden Phase niemand vorbei kam. Das Duell Nadja Seitz gegen Fanny Ecoffey wird wohl zu den Höhepunkten des Cupfinals zählen.

Übrigens die Geschichte vor vier Jahren hatten dann für Gossau doch noch ein Happy End. Mit 6:3 und 12:3 gewann Gossau Spiel zwei und drei und beendete damit den Zauber in Semsales mit ihrem fünften und damit letzten Schweizermeister-Titel.

Der Ligacupfinal kennt aber keinen Favoriten. Die Gelegenheit als erstes Team aus der welschen Schweiz - allerdings nicht als erste Fribourgerinnen, denn Tafers 2010 und Flamatt 1996 haben den Kübel schon gestemmt - einen Titel zu gewinnen, wird den Semsaloises unermessliche Kräfte verleihen. Gossau andrerseits zeichnet sich durch viel Erfahrung aus, bestreiteten sie doch bereits den siebten Cupfinal. Die einmalige Wankdorf-Atmosphäre wird sie nicht mehr überraschen. Allerdings, einen Fauxpas wie vor vier Jahren können sie sich nicht mehr leisten, denn nach einem Spiel ist es dieses Mal vorbei!